Münsterbau-Verein <Konstanz>   [Hrsg.]
Das Alte Konstanz: Stadt u. Diöcese in Schrift u. Stift dargest. — 2.1882

Seite: 24
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gemalte, mit Lternen besäete Völbung ruht; die Läulen- und j?feilerschäfte wurden in braun
rotb gebalten, die Blättsr und j?erlstäbe der Rapitelle etwas in Gold gefaßt; der Boden erbielt
ein einfaches Oessin aus Mettlacherplatten und die drei Lenster characteristische romanische
Glasmalereien auf Kathedralglas (von Gsterrath in Tilfs). Unter das 8öpulornm

an der Vestwand der Kr^pta setzte man das altchristliche Zeichen der Taube mit dem
^riedenszweige mit der Inschrift: „Lorporu sauotorum iu pueo sopultu suut^. Dies soll
jedoch Biemanden zur Annahme fnhren, als ob jetzt noch in dem Lteinsarcophag sich
2teliquien befänden.

Die bis jetzt beschriebenen Restaurationsarbeiten nahmen die Aeit bis zum 26. No-
vember l876 in Anspruch, an welchem Tage noch kurz vor 2lnkunft der Hestbesucher,
worunter die chochwürdigstsn Bischöfe Vilhelm Tmmanuel von Ketteler von Mainz, B.
j2ankratius v. Dinkel vou Augsburg, B. Dr. Tarolus Iohauues Greith v. L>t. Gallen,
Veihbischof Iohannes Amberg v. ^eldkirch, Veihbischof Lothar v. Rübel von Lreiburg,
2lbt Dr. dllaurus Volter von j?rag sdamals Bolders) —, die letzte Inschrift am Lin-
gang in die Lt. Ronradikapelle hinunter geschrieben war, lautend:

„Ihn hat er erwählt aus allen Lebenden, darzubriugen das Gpfer und
nach Leinem Gesetz Israel zu erleuchten." Lir. 45.

Die Kosten der Herstellung beliefen sich auf rund 20,000 Alark. Dieselben
wurden durch freiwiliige Lpenden aufgebracht. Boch darf bemerkt werden, daß der
2lusführung fehr große formelle Lchwierigkeiten anfangs im Vege stunden, die jedoch
glücklich beseitigt wurden.

Bachdem diese erste 2lrbeit zur allseitigen Hreude ausgefallen war, war die Hort
führung der Bestaurationsarbeiten dringend nahe gelegt, weil zugleich eine Anzahl von
Ltiftsrn sich erbot, für die Trneuerung der Leitenkapellen Beiträge zu leisten. Leit jenem
Aeitpunkt hat auch die Bestaurationsarbeit thatsächlich nie mehr geruht.

Die Hresken der L>t. Konradikapelle haben bereits mehrere schwere Vinter und
sehr feuchtes Lrühjahr und L)erbst ausgehalten, ohne etwas gelitten zu haben, wührend
die Decorationsmalerei theilweise sehr durch ^euchtigkeit und Lalpeter zu Lchaden ge-
kommen ist.

Bemerkung. Für die Fresken wurde Sand aus der vonan bei Beuron und mehrjähriger Kalk verwendet.

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