Münsterbau-Verein <Konstanz>   [Hrsg.]
Das Alte Konstanz: Stadt u. Diöcese in Schrift u. Stift dargest. — 2.1882

Seite: 52
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liebloses Ding geworden, „fast gänzlich leer". An den ^ensterscheiben hatten die ^-chnl-
jnngen ihren Ueberinnth ausgelassen und der ganze Ban war dnrch und dnrch verwahrlost.

Äe war indessen als Ligenthnm ans die Großh. Domäne übergegangen nnd diese
erließ das Tlnwesen am 27. Novbr. l829 an die Atnsenmsgesellschaft Ronstanz nebst bsos
nnd j)falzgarten nm „Liebenhundert snnszig Gnlden." — Nach den interessanten Raus-
bedingungen ist

8ull Der Abbruch der bischöstichen Ranzlei und des Aügelgebäudes
längs dem Begräbnißplatz hinter dem (Lhor der Airche — dem
Boden zu eben — zn besorgen.

8ub 5. „Sollte je der ^all eintreten, daß das Mnseumsgebäude veräußert
würde, so darf dasselbe zu keinem der nahen Rirche zum Nachtheils
gereichenden Gewerbe, als eine lvirthschast, Branerei, oder sonst
störenden Brod-Lrwerbnissen verwendet, an Niemand, der ein
„lärmendes Gewerb sührt, jeweils wieder verkaust werden."

8ub 6. „Der vor der j)salz befindliche Münsterplatz bleibt dem bisherigen
Ligenthümer vorbehalten, der weg zum Aluseumsgebäude wird
dagegen der Gesellschast nicht versagt."

Den Umbau resp. Abbruch und Neubau der j)salz und des jetzigen Aluseums-
gebäudes nahmen in Angriss Domcapitular Gras v. Thurn, Geheimrath von Thrismar,
D. Allacaire, Gberstlieutenant Günther und Aath H. Lott als Tassier. Als Bauunter-
nehmer tritt werkmeister I. B. wehrle aus. Gr sagt in seinem Vorbericht, „daß das
alte Gebäude sich in einem solchen Znstande befindet, daß es bereits nicht anders möglich
ist, als es gänzlich bis aus l5>ockelhöhe abzubrechen; er räth von einem Umbau des
Gebäudes ab, da die neuen j)läne wenig mehr vom alten Allauerwerk stehen lassen und
nnr theuere Ausfiickungen verlangen würden. Der Rostenüberschlag des Neubauss ver-
langte l4665 fi. 27 xr. Auch Zimmermeister Alilz sertigts einen Ueberschlag sür
157^8 fi. l4 xr. werkmeister wehrle sührte den Bau zu Gnde. Gr ist wie eingangs
bemerkt ein nüchternes Bauwerk und hat vom srühern nichts mehr behalten als den
Namen „zur j)salz".

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