Universitätsbibliothek Heidelberg   [Hrsg.]; Salowsky, Hellmut [Bearb.]; Wattenbach, Wilhelm   [Bearb.]; Perlbach, Max [Bearb.]
Die 'Alte Sammlung' — Heidelberg, 1984

Seite: 7
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Einführung

Die sogenannte "Alte Sammlung", die die Nummern 1 - 338 der
Gruppe "Heidelberger Urkunden" umfaßt, stammt aus dem Be-
sitz des in Frankfurt am Main ansässigen Privatgelehrten Schöff
Johann Carl von Fichard« gen. Baur von Eysseneck (1773-1829).

Fichard, der eine umfassende Bildung aufgrund von Studien an
verschiedenen Universitäten und zahlreichen Auslandsreisen er-
worben hatte, war 1797 in den Rat der Stadt Frankfurt einge-
treten und bald darauf zum Schöffen ernannt worden. Schon
nach einem Jahr jedoch gab er sein Amt auf und zog sich
zugleich aus allen öffentlichen Geschäften zurück, um sich
ausschließlich historischen Forschungen zu widmen. Schwer-
punkt seiner Arbeit war die Erforschung der Geschichte deut-
scher Reichsstädte, insbesondere seiner Heimatstadt Frankfurt
am Main. Unter seinen verschiedenen Publikationen nimmt die
"Geschlechtergeschichte der Stadt Frankfurt a.M." einen her-
vorragenden Platz ein.

1831 , zwei Jahre nach seinem Tode, fand in Frankfurt die
öffentliche Versteigerung seiner Bibliothek, mitsamt der Urkun-
densammlung, statt. Der Heidelberger Oberbibliothekar Bähr
berichtet 1857 in den Akten der Universitätsbibliothek:

"Da die Universität einer derartigen Sammlung, wie sie für
die Zwecke des gelehrten, geschichtlichen wie diplomatischen
Unterrichts notwendig ist, entbehrte, so war die Aufmerk-
samkeit der Behörden auf diese Ankündigung (der Versteige-
rung) um so mehr gerichtet, als der Besitzer Fichard ..G durch
viele aufgewandte Mühe und Opfer Manches in den Stürmen
der Revolution gerettet und vor dem Untergang bewahrt hs.t.
Die Bibliothekskcmmissicn .„,, ermächtigte den Oberbiblio-
thekar zum Ankauf derselben; dieser ward auch durch den
damit beauftragten Commissionär und Buchhändler Joseph
Baer zu Frankfurt bewerkstelligt und zwar um die Summe von
187 Gulden 15 Kreuzer..."

Den Hauptteil der Sammlung bilden die 185 zwischen 1121 und
1620 ausgestellten elsässischen Urkunden, wobei die Stadt

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