Alte und Neue Kunst GmbH <München>   [Hrsg.]
Katalog der Sammlung Lothar Meilinger München: Ölgemälde alter und neuer Zeit, Aquarelle, Zeichnungen, Stiche usw. aus anderem Besitz ; 18. Juli 1931 — München, 1931

Seite: 6
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ALTE UND NEUE KUNST G.M.B.H. MÜNCHEN :: KATALOG I 1931

nur die datierte Bezeichnung einen Zweifel löst. Der Maler Maxi-
milian D a s i o ist wohl in keiner anderen Sammlung so bedeutend
vertreten. Als Graphiker, Münzen- und Gemmenschneider, als
vorzüglicher Lehrer seit Dezennien an der Münchener staatlichen
Schule für angewandte Kunst bekannt, wußten nur wenige um
seine Malerei. Nun tritt uns hier ein hervorragendes Malertalent
entgegen, das uns, weit entfernt von kleinlicher Anekdotenmalerei,
prächtige Gedanken in ausgesuchter malerischer Feinheit im Bilde
präsentiert. Die aus der Frühzeit um 1890 stammenden großen
Bilder „Jakobsbrunnen", „Flucht", „Grablegung" stehen quali-
tativ neben den besten Künstlern jener Epoche der Diezschule und
die seit 1921 entstandenen überragen alles Ähnliche an vollendeter
Zeichnung und geistreichem Einfall, den meistens ein Korn Humor
würzt. Nun führt uns die Reihe über die vornehme Kunst von
Gerhardinger mit seinem impressionistischen „Kircheninnern"
und Müller-Wischin mit zwei malerisch und technisch gleich
interessanten Motiven des Alpenvorlandes zu dem heute sehr
modernen Karl Schlageter, der aber hier mit einem seiner
Hauptbilder „An der Nab bei Kaimünz" in begrüßenswerter Weise
die beste Münchener Tradition wahrt. Den Schluß bildet Werner
Zehme, ein fast unbekannter Außenseiter, Löffzschüler, der in
Berlin lebt, mit einem „andächtigen Zuhörer", einem stupend
gemalten Bilde, eines Leibi würdig, und auch von bedeutenden
Kennern zuerst als solcher angesprochen.

Und nun flattert hinaus in alle Winde, seht euch um ein
Plätzchen um, wo ihr geschätzt und wohl betreut werdet und
eurem neuen Besitzer so ans Herz wachset, wie ihr es mir
gewesen seid!

Lothar Meilinger.

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