Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande: am 1. October 1891 — Bonn, 1891

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G. Loeschcke:

Zeit Hadrians. Abgeb. A. Denkmäler I Taf. 3 (Frankel). Vergl.
Ans der Anomia 66 (Graef).

F. Marmorkopf in Köln, abgeb. Taf. I, 1—3.

G. Kopf der „Minerve an collier" im Lonvre. Vergl. über
die erhaltenen Reste des Helmschmucks und eine alte Zeichnung der
Statue Schreiber, Athena Parthenos 28.

H. Kopf der oben skizzirten, beim Varvakion in Athen ge-
fundenen Statuette, Abgeb. z. B. Ath. Mitth. VI Taf. 1 u. 2, vergl.
a. a. 0. 56 (K. Lange) und Schreiber a. a. 0. Taf. 1.

I. Kopf der Athenastatuette in Madrid. Abgeb. bei Schrei-
ber a. a. 0. Taf. II C, vergl. 19.

K. Marmorkopf im Brit. Museum. Obertheil des Helmes er-
gänzt, am Stirnschild Bohrlöcher und Oxydflecke von verlorenem
Bronzeschmuck. Abgeb. Anc. marbles in the Br. Mus. I pl. XVI.

L. Marmorkopf in Neapel. Abgeb. Aus der Anomia Taf. I
u. II. Vergl. 61 (Graef).

Nach K. Langes Berechnung hatte der Kopf der Parthenos,
ausschliesslich des 1,45 m hohen Helmschmuckes, eine Höhe von
1,16 m, war also um die Hälfte grösser als die Hera Ludovisi
(H. U,79 m). Die weite Fläche des goldenen Helms war wie über-
sponnen mit figürlichen und ornamentalen Zierrathen. Diese giebt
keine Nachbildung vollständig und genau wieder, vielmehr liegen
nur Excerpte vor, die je nach der Technik, die der nachbildende
Künstler Avählte und dem Zweck, den seine Arbeit erfüllen sollte,
mehr oder weniger ausführlich sind.

Die statuarischen Copien sind ärmer an Einzelheiten als die
Reliefs, die griechischen künstlerisch selbständiger als die römischen,
von denen einige aus der Zeit des Augustus (A) und Hadrian (E, H)
einen fast gelehrten Charakter tragen. Am nächsten kommt dein
Original, wie ich mit F u r t w ä n g 1 e r glaube, Aspasios. Ein jün-
gerer Zeit- und Gesinnungsgenosse des Pasiteles, reproducirt er ein
„klassisches" Werk mit historischem Sinn und Interesse. Aber er-
schöpfen konnte auch seine virtuose und minutiöse Technik den
Reichthum pheidiasischer Toreutik nicht, Wir sind vielmehr bei
der Reconstruction des Originals auf ein eklektisches Verfahren an-
gewiesen und werden im Zweifelfall diejenigen Formen und Bil-
dungen als pheidiasisch gelten lassen, die den Charakter höherer
Alterthümliehkeit tragen und die dem Copisten bei der Wiedergabe
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