Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande: am 1. October 1891 — Bonn, 1891

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22 G. Loeschcke: Kopf der Athena Parthenos des Pheidias.

oben getban habe, unbefangen prüft, zu welcher von beiden Ueber-
lieferungen sich Alles, was wir sonst über Pheidias und seiner Ge-
nossen Leben und Werke wissen, am ungezwungensten fügt. Dabei
ergab sich, dass die Bauzeit des Zeustempels und die Lebenszeit
des Panainos, Plinius Ansatz des Pheidias und seiner Mitarbeiter am
Zeus auf Ol. 83 und die olympische Tradition am Parthenon und
im Zeus Talleyrand einstimmig die Angaben Plutarchs empfahlen,
nach denen der Zeus um die Mitte des Jahrhunderts gemacht sein *
muss, der Tod des Meisters aber 438 oder bald nachher erfolgte.
Den Parthenon hinterliess er unvollendet, das Bild der Göttin aber
war damals vollkommen fertig gestellt. Denn Nissens Vermuthung,
die Ausführung habe sich bis 432 ausgedehnt, wird sich nicht auf-
recht halten lassen. Jedenfalls stammt das überschüssige Gold und
Elfenbein, das 434/33 (C. I. A. 301) von der Baucommission des
Parthenon verkauft wird, von der Innendecoration des Tempels,
nicht aber von dem Cultbild, da dieses von einer anderen Commis-
sion, den örfaXuorroc; emcTTaTai, errichtet wurde, die gesonderte Rech-
nungen führten., Vergl. S.-B. d. Berk Akad. 1889, 229 f. (Koehler).
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