Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande: am 1. October 1891 — Bonn, 1891

Seite: 101
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/alterthumsfreunden1891/0111
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
Die Kelten. * 101

und mit Kalkwasser noch heller gefärbt; sie waren also blond wie
die Germanen. Andere trugen Hosen und gaben der Gallia braceata
den Namen. P r i c h a r d giebt ein Verzeichniss zahlreicher kelti-
scher Städtenamen auf durum, dunum, magus und iacum, die in
Gallien, Belgien, Germanien, Britannien, Noricum, Rhätien vor-
kommen, darunter sind in Gallien 16 auf dunum, 15 auf durum,
15 auf magus. Ich nenne Lugudunum Lyon, Divodurum Metz, No-
viomagus Nymwegen, Gesodurum Constanz, Arenacum Arnheim,
Moguntiacum Mainz, Durnomagus Dormagen, Marcomagus Mar-
magen, Borbetomagus Worms, Tarodunum Zarten, Salodurum So-
lothurn, Eburodunum Iffcrten, Lobodunum Ladenburg, Augustodu-
num Autun, Rotomagus Ronen, Rigomagus Remagen, Antunnacum
Andernach, Mattiacum Marburg, Marcodurum Düren, Tolbiacum Zül-
pich. Dun heisst Pfahl, magus Feld. Im iberischen Aquitanien giebt
es keine keltische Namen. Nach Müllenhoff sind von Flussnamen
folgende keltisch: Main, Rhein, Lahn, Sieg, Ruhr, Embscher, Lippe.

In denselben Gegenden rindet sich noch eine andere Spur
der Kelten, die keltischen Münzen, und zwar sowohl die schon an-
geführten Regenbogenschüsselchen als die späteren gallischen Münzen,
welche barbarische Nachahmungen griechischer Münzen sind.

Wichtig sind die Nachrichten der alten Schriftsteller über die
Verbreitung der keltischen Sprache. So sagt Plutarch (Qu. Sertorius
c. 3), dass Sertorius, als die Cimbern und Teutonen in Gallien einbrachen,
keltische Worte gelernt und sich verkleidet unter die Barbaren gemischt
habe, um ihre Gespräche zu belauschen. Also waren, wie auch Prichard
annimmt, die Cimbern Gallier, trotz der Behauptung Plutarchs, Mar. 11,
die Cimbern hätten den Germanen der Nordküste geglichen und
trotz der Angabe des Tacitus, der sie zu den Ingaevonen rechnet.
Wir. wissen auch von ihnen, dass sie aus dem Blute der geschlach-
teten Kriegsgefangenen weissagten, wie die Gallier; auch hatten sie
Streitwagen wie diese, die auf den Osten hinweisen, auf Assyrien,
Aegypten und Griechenland. Prichard unterscheidet von ihnen
die Cimmerier, diese sassen ursprünglich in den Ländern Asiens, wo
zu Herodots Zeit Skythen wohnten, die jene vertrieben. Sie dran-
gen um 634 in Lydien ein und wurden 613 durch Alyattes aus
Asien vertrieben. Die Cimbern gaben im Norden Deutschlands der
cimbrischen Halbinsel den Namen. Die Kymri in Britannien möchte
Prichard des Namens wegen für Cimbern halten. Auch Livius
zählt die Cimbern und Teutonen zu den Galliern. Nach Cicero, de
loading ...