Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande: am 1. October 1891 — Bonn, 1891

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Arbalo und Aliso.

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das benachbarte Sugambrerland im Frühjahr bereits von Drusus ver-
wüstet worden, als die abwesenden Sugambrischen Krieger die Sue-
ben-Chatten jenseits der Ruhr bekämpften, besiegten und zum Frie-
den unter der Bedingung künftiger Bundesgenossenschaft gegen die
Römer zwangen. Dann aber vereinigten sich die heimgekehrten
Sugambrer und Chatten mit den Cheruskern durch heilige Eide zum
gemeinschaftlichen Kampf, und als Drusus seine Kundschafter zu
denselben aussandte, wurden 20 Centurionen, also 1/3 der Offiziere
einer Legion, gekreuzigt und verbrannt, als Vorzeichen eines er-
bitterten Kampfes auf Leben und Tod. Dies veranlasste die Römer
wohl ebenso und mehr zum Lagerwechsel, wie der Mangel an Le-
bensmitteln oder die böse Vorbedeutung eines Bienenschwarmes, der
sich im Lager zeigte. (Siehe Dio Cassius, Florus, Plinius etc.)

III. Drusus Rückmarsch. — Schlacht bei Arbalo.

Drusus hatte seinen Zweck erreicht, die Weser und die Wege
zu derselben kennen gelernt, und wollte jetzt zum Rhein nach Ve-
tera zurückkehren.

Der damalige einfachste Weg dahin führte von Gastrup über
Exter und Herford, dem alten Herivurth, mit 3*/ä Meilen zum Biele-
felder Pass über den Ossning, von hier in 3 Märschen über Wieden-
brück (Stromberg), Beckum zur Lippe nach Hamm.

Der Bielefelder Pass entspricht in seiner Forin in gewisser
Weise der Beschreibung Dio's LTV. 33, der das Schlachtfeld des
Drusus als einen engen Bergkessel bezeichnet (oievöv Kai koTXov
Xiupiov); Plinius hist. nat. XT 17. 55 sagt von der Schlacht ..pugnatum
est prosperrime apud Arbalonem" x). Mit diesem Arbalo hat man die
Namen Erbentrup, Erpessum, Arpesfeld etc. etymologisch vergeblich
in Verbindung gebracht. Vielleicht schlug Drusus jenen Weg über
Herford ein, sandte leichte Truppen voraus, die bei Bielefeld oder Oer-
linghausen lagerten, aber aus Hinterhalten der Germanen (siehe Dio)
blutig zurückgeschlagen wurden. Drusus marschirte dann östlich
neben jenem Höhenzug des Ossning auf Stapelage, wo er sein Lager

1) Könnte das Stammwort „Bai" etymologisch vielleicht mit „Biel1-
im Zusammenhang stehen *? Oder geht nur Arba-lo zu trennen ?
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