Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande: am 1. October 1891 — Bonn, 1891

Seite: 140
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Josef Klein:

LXXXIX S. 17, 142. — Den Schluss dieser Zeile bildet das Wort
VAL, das einzige, welches in der ganzen Inschrift, soweit sie er-
halten ist, abgekürzt ist. Es ist wohl Val(erius) aufzulösen und
gehört wahrscheinlich zu dem im Beginn der folgenden (7.) Zeile
stehenden CIRl.

Z. 7. Bei dem zweiten Worte kann man zweifelhaft sein, ob
dasselbe Atticinus, oder Atticinus zu lesen ist, da die Züge von A
und Cl in dieser Schriftgattimg sich ziemlich gleichen. Das Letztere
scheint das Richtigere zu sein, weil eine Persönlichkeit dieses Na-
mens auch auf dem Wormser Täfelchen Z. 5 erwähnt wird. Dieser
Umstand führt uns auch zum Ziele bei der Ergänzung des unmittel-
bar hinterher stehenden Wortes, welches nur in seinem letzten
Theile . . . ONIS erhalten ist. Dasselbe scheint [Amm]onis gelesen
werden zu müssen. Ist dies aber der Fall, woran ich nicht zweifle,
dann sind wir auch berechtigt, den Atticinus Ammonis des Worm-
ser Täfelchens mit dem unserigen zu identificiren, zumal bereits zwei
dort genannte Leute sich auf unserer Defixio wiedergefunden haben.
— Die am Schluss der Zeile stehenden Silben ATTI sind jedenfalls
mit den beiden Buchstaben SO im Beginn der folgenden Zeile zu
einem Worte zu vereinigen. Wir erhalten damit den Namen Attiso,
welcher aus Britannischen Töpferstempeln (C. I. L. VII n. 1336, 112)
bereits bekannt ist. Auch die Persönlichkeit des hier erwähnten
Terentius Attiso hat sich auf den Wormser Täfelchen unter der Zahl
der Verwünschten befunden. Dort hat nämlich Wecker! ing als
seine Lesung von Z. 4 .... ins Nesso gegeben, Avelche der Berich-
tigung bedarf. Der Geschlechtsname ist vielmehr, wie ich mich
durch eigene Anschauung überzeugt habe, ganz klar TMRlINTlVS
und statt NIISSO bietet das Wormser Täfelchen deutlich ATTISSO,
indem der erste Buchstabe einen kleinen senkrechten im Inneren
herabgehenden Strich aufweist und sich dadurch klar als A in die-
ser Form A darstellt.

Z. 8. Von hier ab beginnen sich grosse Schwierigkeiten der
Lesung und Deutung entgegenzustellen sowohl wegen der zum Theil
nur sehr fein eingeritzten Schriftzüge, als auch wegen der starken
Lücken im Täfelchen. Das erste Wort, dessen einzelne Buchstaben
nur sehr schwach sichtbar sind, glaube ich zu lesen IVLIA. Es
steht jedoch zu befürchten, dass damit das Richtige noch nicht ge-
funden ist, Darauf folgt ATTISONIS, in welchem von 0 und N nur
Reste erhalten sind. — Von den beiden ersten Zeichen des folgenden
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