Antiquariat Altmann <Berlin>   [Hrsg.]
Autographen: aus allen Gebieten; Beaumarchais, Beethoven, Chopin, Darwin, Goethe, Haydn, Heine, Kant, Leibniz, Liszt, Melanchthon, Meyerbeer, Michelangelo, Mozart, Napoleon, Rubinstein, Schiller, Tschaikowski, Turgeniew, Verdi, Voltaire u.a.; Versteigerung: Montag, den 7. Mai 1923 (Katalog Nr. 25) — Berlin, 1923

Seite: 14
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reizung, ja Verzwejflung am Leben ein (,,Ihr Telegramm richtete mich aus
ernster Veizweiflung auf‘, Brief vom 28. Dez. 1862), der ihn 1865 zu einem
Selbstmordversuch trieb. Gutzfcow berührt vielfach in den vorliegenden
Briefen die Zustände des Theaters in jener Zeit und seine eigenen Be-
strebungen zur Hebung der herrschenden Mißstände im Bühnenwesen.

86b Gutzkow, Eigenhändiges Manuskript mit Namen (am Kopfe.) O. O.
u. D. 4°. 64 Seiten. In losen Blättern.

Vollständiges Originalmanuskript seiner Novelle „Am Comersee“. Mit Kor-
rekturen und mehreren Durchstreichungen.

86c — Dawison, Bogumil, der große deutsche Schauspieler,
1818—72. 2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Wien, 12. u. 15.

Februar 1865. 4 x/2 Seiten. 8°.

Interessante Briefe. Zur Unterstützung des in Not befindlichen Gutzfcow
hatte er in Wien unter Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit eine Gutzkow-
feier in Form einer Aufführung des „Königsleutnant' durehgesetzt. „Bei
einigen Reichen habe ich im schwarzem Fi'ack Visite gemacht und Logen
zu hohen Preisen angebracht. . .“ Voller Freude teilt er im zweiten Briefe
das Ergebnis mit: ,,. . . demnach für unsern armen Freund die artige Summe
von 2077 fl. 70 kr. . .‘ , ; j (

87 Haeckel, Ernst, der berühmte Jenaer Naturforscher, geb. 1834.
Eigenhändiger Brief m. Unterschrift. Jena, 11. V. 1872. 3 Seiten. 8°.

Dankt für die Zusendung einer Schrift über die „Genealogie der Bienen“,
die er sebr lobt. Spricht dann über eine „scblöne“ Schri'ft übet Bestäu-
bungsversuche an Abatilon-Arten.

,88 — Eigenhändiger Brief m. Unterschrift. Jena, 7. 10. 1874. 4 Seiten. 8°.

Gibt einem Freunde Ratschläge, der seinen Sohn zum Studieren nach Jena
senden will. Er schreibt: „Bei der Ankunft soll er sieh 'hüten, sioh nicht
von einer farbigen Verbindung (Corps oder Burschenscdiaft) abfaxngen zu
lassen“ . . . Es existiert eine freistudentisebe Vereinigung qhne Farben.. . .

89 — Eigenhändige Postkarte m. Unterschrift. Jena, 18. 7. 1892. 1 Seite.
Quer-8°.

An den Schriftsteller Josef Schattenholz in Düsseldorf. :.,Ioh■ bedaure, Ihren
Wunsch nicht erfüllen zu können, da icb die in Ibrem Werke behandelten
Fragen für sehx verwickelte ethnographische und cultürhistorisehe Probleme
halte.“

90 — Eigenhändige Postkarte m. Unterschrift. Jena, 24. 4. 1914. Quer-8°.

An Dr. med. Pondojeff in Tpflis. Bedauert, eine literarische Frage nicht
: beantworten zu können. , ,

91 Hamerling,Robert, österreichischerDichter, 1830—89. Eigenhändiger
Brief m. Unterschrift, auf die Rückseite seiner Photographie geschrieben
Graz, 1. Nov. 1876. Visitformat. 17 Zeilen.

Hübsches Stück. „ . . . ich kann nicht umhin, daß es mich immer etwas
beunruhigt, ein Mädchen für „Ahasver in Rom“ 'schwärmen zu sehn, iich
fürchte, eine solche Schwärmerei könne dem weiblichen iGlücke Eintrag tun.“

92 — Eigenhändiger Brief m. Unterschrift. Graz, 28. Nov. 1877. 1 Seite.
8°. Mit eigenhändigem Briefkouvert.

An Hermione v. Preuschen. Interessanter Brief: „Gestatten Sie mir ein
offenes, rückhaltloses Wort. Ich habe allen Grund, das Beste vom Ihnen
zu glauben« aber icli halte den Grundsatz fest, mit Pexsonen des schönen
Geschlechts mich in keinen Briefwechsel einzulassen . . .“ i

93 Hartleben, Otto Erich, Schriftsteller, 1864—1905. Eigenhändiges

Billet m. Unterschrift (“Erich“). auf der Rückseite seiner Visitkarte.
12°. 6 Zeileri.

Einladung.

93a —■ 2 eigenhändige Briefe, einer davon mit Unterschrift ,,Otto Erich“.
Berlin, 19. u. 28. Sept. 1893. K1.-4 0. 8 volle Seiten.

2 literarisch höchst interessante Briefe an den Direktor Witte Wild vom!
Lobe-Theater in Breslau. Es handelt sich um die Auffürung seiner Stücke
„Erziehung zur Ehe“ und „Ehrenwort“ und eines Stückes des Dichters Reu-
ling. „Alle Achtung vor Ihrem künstlerischen Ernst. Diese Tage in Bres-
lau werden für mich mein Leben lang zu den bedentendsten Erinnerungeii
gehören: ein ungläubiger ThomaS war ich abgereist — „in die Provinz“ —
als gläubiger Apostel des Lobe-Theaters hin ich in die Großstadtluft zurück-
gekehrt. . .“ Er rechnet scharf mit Blumenthal und dem Lessingtheater ab.
„ . . . Sie wissen ja, wie das ist: es wird auf die lange Bank geschoben,
Contract ist nicht da . . .. na, da kann denn der arme Autor Blut schwitzen.“

93b —Eigenhändige Widmung m. Unterschrift ,,Otto Erich Hartleben“
a. d. Titel eines Exemplars seines „Studenten Tagebuch“. 2. Aufl.
4 Zeilen.

„Herrn Direktor Witte-Wild in herzlicher Dankbarkeit und zur fr. Erinne-
rung an den 16. Sept. 93. Otto Ei'ieh Hartleben.“

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