Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

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POLITIK DIOIN'YSIUS DES AELTEREN

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nysias in Syracus fiel zusammen mit den letzten Kaempfen
des Krieges, durch welche das Uebergewiclit Spartas im Osten
entschieden wurde. Oh sich die neue Tyrannis behaupten
wuerde, hing zum guten Theil aucli davon ab, welches Yer-
halten Sparta derselben gegenueber beobachten wuerde. Aber
Zeit und Umstaende waren Dionysius guenstig. Mit dem Ende
des Krieges hrach ueber Griechenland eine oligarchische Stroe-
mung herein, welche Sparta, um sich die Fruechte seines Sieges
zu sichern und seinen Einfluss in den griechischen Staedten zu
befestigen, unterstuetzte und zum Theil selhst hervorrief. Den
spartanischen Politikern schien ein Sparta ergebener Tyrann
wenigstens sicherere Garantien der Anhaenglichkeit und Treue
zu bieten als die Demokratie, ueber deren Truemmern Diony-
sius seinen Fuerstenstuhl aufgerichtet hatte. Aus diesen Ver-
haeitnissen resultirte ein enges Buendniss zwischen der spar-
tanischen Aristokratie und dem Tyrannen, in welches der letz-
tere als der schwaechere und schutzbeduerftige Theil eintrat;
nicht nur geschah nichts von Sparta aus um die Usurpation
rueckgaengig zu machen, sondern Dionys erhielt auch von dort
bereitwillig Unterstuetzung sowohl gegen die widerspaenstige
Buergerschaft als auch gegen die auswaertigen Feinde seiner
Macht, die Karthager1, und gewann dadurch die Zeit die dia-
mantenen Fesseln zu schmieden, die er dem stolzen Syracus
umlegte. Seine Stellung zu Sparta waehrend der ersten Periode
seiner Herrschaft wird unter anderem dadurch gekennzeichnet,
dass er die Niederlassung der ungluecklichen, von den Sparta-
nern mit unversoehnlichen Hasse verfolgten Messenier in der
sizilischen Stadt Messene einer spartanischen Aufforderung
folgend rueckgaengig machte2. Dies geschah kurze Zeit nach-
dem die alten Verbuendeten Spartas, Theben und Korinth
den vertriebenen Athenern trotz der Machtsprueche Spartas in
ihren Mauern Aufnahme und Schutz gewaehrt hatten.

Danehen unterhielt Dionysius auch die Beziehungen zu
der Mutterstadt Korinth. Der Gegensatz, in welchen Ivorinth

1 Vgl. Diodor. XIV 10; c. 44, 2; c. 58 ; c. 62 und 63, 4.

2 Diodor. XIV 78, 5.
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