Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 11
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POLITIK DIONYSIUS DES AELTEREN ii

cherte, aber dem Friedensschluss um mehr als ein Jahr vo-
rausging.

In den naechsten 15 Jahren verlautet nichts von einer Be-
theiligung des Dionysius an den griechischen Angelegenhei-
ten. In die erste Haelfte dieses Zeitraumes fallen nach Diodor
seine Unternehmungen auf dem adriatischen Meere und der
dritte Krieg gegen die Karthageiy in welchem der Tyrann den
kuerzeren zog. Mit dem karthagischen Kriege briclit die Ueber-
lieferung ueber die sizilische Geschichte bei Diodor ab bis
zum Tode Dionysius des Aelteren. In Griechenland war im
Iahr 378 der Krieg von neuem ausgebrochen, Thehen und
Atlien hatten sich gegen Sparta verbuendet und Athen war
wieder an die Spitze der Seestaedte getreten. Indess vergingen
mehrere Jahre bis Dionysius wieder in die griechischen Ver-
haeltnisse eingriff. Der Zustand der Ueberlieferung gestattet
uns nicht zu entscheiden, ob diese Enthaltsamkeit eine ganz
freiwillige oder ob etwa eine zeitweilige Entfremdung zwi-
schen Sparta und dem Tyrannen eingetreten war1. Als aber
im Jahr 373 die Spartaner es unternahmen die Athener wie-
der aus dem jonischen Meere zu verdraengen und Kerkyra an-
griffen, richteten sie ein Huelfsgesuch nacli Syracus, indem
sie darauf hinwiesen, wie wichtig es fuer Dionysius selbst
sei, die Athener nicht in den festen Besitz der Insel gelangen
zu lassen. Das kleine Huelfsgeschwader, welches Dionysius
in Folge dieses Gesuches im naechstfolgenden Jahre auslau-
fen liess, kam indess zu spaet an seinem Bestimmungsorte an
und wurde obendrein durch Unvorsichtigkeit des Comman-
danten den Athenern zur Beute2.

1 Auf eine Entfremdung koennte man schliessen aus dem was Diodor. XV
13 ueber die Ereignisse in Epirus berichtet wird. Wenn aber an dieser Stelle
dem Dionvsius Schuld gegeben wird er habe den Tempel von Delphi pluen-
dern wollen, so ist das, wie die erzaehlten Facta beweisen, eine grobe Ver-
laeumdung, welche moderne Historiker nicht haetten wiederholen sollen. Dio-
nysius brauchte Geld um sich in der angemaasten Gewalt zu behaupten und
war in der Wah! der Mittel Geld zu bekommen nicht bedenklich, aber er war
darum doch kein gemeiner Raeuberhauptmann.

2 Xen. Hell. VI 2, 4; 33 ff.
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