Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 12
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POLITIK DIONYSIUS DES AELTEREN

Schon im naechstfolgenden Jahre trat abermals ein heile-
nischer Friedenscongress zusammen. Auch dieser Congress
war Yon Persien auf Spartas Yeranlassung angeregt worden,1
demgemaess wurden die Yerhandlungen in Sparta und auf
Grund des Antalkidasfriedens gefuehrt; die Spannung, wel-
che in Folge des Aufschwunges, den Theben durch die Un-
terwerfung der boeotischen Staedte genommen hatte, zwi-
schen Athen und Thehen eingetreten war, erleichterte das Zu-
standekommen des Conmesses und hestimmte dessen Ausg-ang.
Sparta und Athen mit iliren beiderseitigen Verbuendeten er-
neuerten den Antalkidasfrieden, Theben aber liess sich lieber
vom Frieden ausschliessen, als dass es auf die Herrschaft ue-
ber die boeotisehen St.aedte verzichtet haette. Auf die Frie-
densverhandlungen werde ich sogleich zurueckkommen. Es
folgte die Schlacht hei Leuktra, welche die Aufloesung der
peloponnesischen Svmmachie und die Wiederherstellung von
Messenien nach sich zog; Athen schloss nunmehr einen Buend-
nissvertrag mit Sparta ah. Die mit Sparta abgeschlossenen
Vertraege bahnten naturgemaess aucli ein freundliches Ver-
haeltniss zu Dionysius an.

Das athenisch-spartanische Buendniss faellt in den Win-
ter 370 auf 369. Ueber die Ereiomisse des naechsten Jahres

o

berichtet die litterarische Ueberlieferung in der Euerze folgen-
des. Sofort nacli dem Ahschlusse des Buendnisses besetzten
die Athener und Spartaner gemeinschaftlich die Isthmospaesse,
konnten aber nicht verhindern, dass die Thebaner unter Epa-
minondas in den Peloponnes eindrangen. Als diese bereits
wieder den Rueckzug angetreten hatten, traf ein ansehnliches
Huelfscorps von Dionysius auf dem isthmus ein, welches an
den letzten Eaempfen mit den abziehenden Thebanern ruehm-
lichen Antheil nahm und sich spaeter noch mit den Sikyo-
niern herumschlug. Einige Zeit nachher wurde abermals von
aussen her ein Versuch gemacht den Frieden in Griechenland
herzustellen. Ein Abgesandter des Satrapen Ariobarzanes be-

1 Diodor. XV 50. Xea. Hell. VI 3, 12. Vgl. Grote V S. 433, dera icli in
der Beurtheilung dieser Stellen beistimme.
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