Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 13
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POLITIK DiONYSIUS DES AELTEREN

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rief einen Congress nach Delphi. Die Unterhandlungen schei-
terten jedoch;, hauptsaechlich weil die Thebaner darauf be-
standen, Sparta solle die Unabhaengigkeit Messeniens aner-
kennenU

Auf diese Ereignisse bezieht sich ein erhaltenes attisches
Psephisma. Die Inschrift lautet nacli meiner Herstellung, die
ich in allen wesentlichen Punkten als gesichert ansehe, fol-
germassen 1 2 3:

5

10

[EttI A]u[(Tt]TTpaTou ap)(OVTO; stcI [tz; . . .]-
[ .. iS]o; &sk<xty]; Tcp’JTavs[t]a;, [yi] E[^]r,[/,.]-
[ . . . 7ra]i[.... co] ģ7)vie[u]; sypagptaTE^ue]-
[v twv 7rposSpwv] *[WM?i](;[« Eüay]y[s,Xo<;.]-

[---]3- _

[...i]Sio; siTTSv' TCEpi wv oi 7rpsc£si; o[t]

[7rapa] Atovu[c]tou yix.ov[ts]; Tsyouct[v], &sc$[6-/J-
[Öat T'Jt ßou'A-p' Tcspi ptsv twv ypa[[x]ptä[Twv]

[cbv E7rs]vt[sv Atovucto;, [t’ä;] o[tx.]oÄog[ta;]

[toü vs]w y.ai Tvi; stpr,[v]r; toü; ff'->[pJ;xä[)(Ou;]
[Soyg]a e^svs[y]/.s[tv st;] tov Srp/.ov [6 Tt äv]
[aÜTo]t; ßouTsu[o]ut[e]vot[; §ox.]-?i äpt[cTOv]
[etva]t’ TTpocayayeiv cls t[ou;] 7rpscSs[t; si]-
[; tov] §•?,(/.ov st[;] Tr,v 7rpwT[rjv] sy.x.X[r,ctav tc]-

1 Xen. Hell. VII I, 15—28. Diodor. XV 68—71.

2 Die Inscbrift wnrde zuerst copirt von Fauvel. Beirn Excerpieren der
Papiere des letzteren scheint ein Irrthum vorgekommen zu sein, in Folge des-
sen Boeckh Z. 1—4 von dem Reste der Inschrift trennte und als ein damit
nicht zusammenhaengendes Fragment behandelte, C. I. G. I p. 897 und 899.
Offenbar haben zwei Kraenze, die auf dem Stein zvvischen den Praescripten und
dem Decret eingemeisselt sind, die Veranlassung zu dem Irrlhum gegeben. Im
Iahr 1867 vvurde der wieder verloren gegangene Stein unter den Ruinen des
Klosters der franzoesischen Kapuziner in Athen zum zweiten Male aufgefunden
und eine Abschrift desselben von Professor Kumanudis in der Zeitung naXty-
YSVEota vom lOten Februar 1867 mitgelheilf, vgl. ’E®rip.£p't; äp)c. n. F. 1870 S.
4. Meine Abschrift des Stcines findet sich im C. I. A. II n. 51.

3 Z. 5 zu Anf. stand das Demotikon des Euangelos. Der Stein ist an die-
ser Stelle, wie eine neue Untersuchung desselben mir gezeigt hat, zerstoert. Un-
terhalb der beschaedigten Stelle sind die Kraenze eingemeisselt. Den vorherge-
henden Eigcnnamen, der jetzt nicht mehr erkennbar ist, hat Fauvel noch ge-
lesen.
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