Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 26
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POLITIK DIONYSIUS DES AELTEREN

baner im Peloponnes an datirte. Fuer keinen einsichtigen Beo-
bachter der griechischen Verhaeltnisse konnte es im Jahr 368
zweifelhaft sein, dass Sparta sich von den erhaltenen Schlae-
gen nicht wieder erheben wuerde und dass neben und gegen
Theben Athen wieder als der maechtigste griechische Staat
dastand. Hatte doch Athen schon wenige Monate nach der
spartanischen Niederlage den Yersuch gemacht, unter seiner
Fuehrung einen neuen Bund zum Schutze und zur Durchfueh-
rung des Koenigsfriedens zu Stande zu bringen1.

An die auswaertigen bei den griechischen Angelegenheiten
betheiligten Maechte trat unter diesen Umstaenden die Frage
heran, ob sie mit Athen in naehere Verbindung treten, oder
ob sie durcli einen gaenzlichen Frontwechsel gemeinschaftliche
Sache mit Theben machen sollten. Die Entscheidung ist nicht
gleich auf beiden Seiten ausgefallen, Dionysius hat die erste
Alternative gewaehlt, waehrend Persien die thebanische Sache
ergriffen hat. Diese Wendung der persischen Politik trat aber
erst ein, nachdem Dionysius, anscheinend im Beginn des Jah-
res 367, gestorben war.

ULRICH KOEHLER.

1 Nen, Heü. VI 5 z. A,
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