Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 30
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DIE DYNASTIE VON KOMMAGENE

die Voraustellung der Pythodoris und die Nennung der Gross»
mutter Antonia auf die erbrechtlichen Anssprueche zurueck-
gehen (ephem. epigraph. 1, 270), muss die Nennung jener
Laodike mit den Rechtstiteln der Kommagenischen Dynastie
zusammenhaengen; und die ephesische Inschrift ist insofern
von ungewoehnlichen historischen Interesse, als sie den lange
gesuchten Anknuepfungspunkt fuer diese Linie in urkundli-
cher YVeise gewaehrt.

Die fruehere Geschichte weiss bekanntlich von selbststaen-
digen Fuersten der Landschaft Kommagene nichts. Dass Kom-
magene noch im Anfang des 7. Jahrhunderts Roms eine Pro-
vinz des syrischen Reiches war, geht hervor aus dem Frag-
ment Diodors 7repl imG. p. XI Mueller, wonach der Statthal-
ter (eitwTaTvi;) von Kommagene Ptolemaeos sich unabhaengig
machte, nachdem er schon laengere Zeit unbotmaessig gegen
die Regierung gewesen war. Er hahe sogar versucht die
Landschaft Melitene dem Koenige Ariarathes von Kappa-
dokien zu entreissen, doch sei ihm dies nicht gelungen. Diese
Yorgaenge muessen, nach der Folge in der sie stehen, in die
letzten Jahre des Antiochos Epiphanes oder in die folgenden
Jahre der Minorennitaet seines Solines Eupator und der Usur-
pation des aus Rom entwichenen Demetrius fallen. Bestand
hat aber diese Unabhaengigkeitserklaerung Kommagenes si-
cher nicht gehabt, denn da Demetrius sogar den Ivoenig Aria-
rathes von Kappadokien vertrieb und nach Rom zu fluechten
zwang, so wird er umsomehr Kommagene wieder in seine
Gewalt gebracht hahen.

Yon dem Koenig Sames oder Samos, von dem es Muen-
zen giebt anscheinend aus der gracchischen Zeit mit der Auf-
schrift ßaaiAsw; 2agou Osoae^oü? zai Sixuiou und der Zahl TA,
also 33, die auf die Regierungsjahre bezogen wird (Eckhel
3, 205; Langlois numismatique de l’Armenie p. 8 fg.), wird
gewoehnlich angenommen, dass er in Kommagene regiert
habe, weil der Name auf Samosate anklingt und die Gepraege
zu den Muenzen dieser Stadt gewisse Beziehungen zeigen,
waehrend die Titulatur an die parthische Dynastie erinnert.
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