Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 31
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DIE DYNASTIE VON KOMMAGENE

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Sollte diese Vermuthimg richtig sein, was keineswegs aus-
gemacht ist, so wird man doch nicht fueglich in ihm den
Gruender der spaetern Djnastie erkennen koennen, da sonst
sein Name in derselben wiederkehren wuerde.

Die erste sichere Erwaehnung eines selbststaendigen Fuer-
sten von Kommagene faellt in die Epoche des mithradati-
schen Krieges: die roemischen Feldherrn Lucullus im J.
69 v. Chr. = 685 d. St. (Dio 36, 4 [35, 2]) und Pompejus
im J. 74 v. Chr. = 680 d. St. (Appian. Mithr. 106) finden
Kommagene unter einem Koenig Antiochos, dessen Her-
kunft nicht angegeben, der aber von den Roemern bei Ein-
richtung der Provinz in seinem Besitz belassen und nur in
Lehnverhaeltniss gebracht wird. Man hat laengst gesehen,
dass derselbe in einen verwandtschaftlichen Verhaeltniss zu
dem regierenden Hause des Koenigreichs Syrien gestanden
haben muss : ausser der Lage des Landes und den im kom-
magenischen Hause ueblichen Namen, welche mit Ausnahme
des Namens Mithradates saemmtlich in der seleukidischen
Dynastie wiederkehren, beweist dies unwidersprechlich das
bekannte Monument des Philopappos, der dem kommageni-
schen Hause angehoert und auf sein Grabmal die Bildsaeule
des Seleukos Nikator setzen laesst als des Stifters jener Dyna-
stie1. Aber agnatische Nachkommen des Seleukos koennen die
kommagenischen Koenige auch nicht wohl gewesen sein, da
Antiochos der Asiate ausdruecklich hezeichnet wird als der
letzte der Seleukiden (Appian. Syr. 70); man durfte also,
wie dies mit richtigen Blick schon Boeckh erkannt hat, eine
Verwandtschaft von weiblicher Seite vermuthen, so dass Kom-
magene als Mitgift einer syrischen Princessin an den Stifter
der kommagenischen Dynastie gekommen ist.

Eben dies liegt nun hier vor: die Tochter des Koenigs
(von Syrien) Antiochos Epiphanes Philometor, Laodike Thea
Philadelphos, vermaehlte sich dem Mithradates Kallinikos,

1 Boeckh vergleicht treffend die Inschrift aus Laodikeia in Svrien (C. I.
Gr. 4471) vom J. 116 n. Chr. ’louXtav TEtou 0uya"clpa BspevExriv, triv <Jno 6aoi-

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