Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 34
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DIE DYNASTIE VON KOMMAGENE

Von dem Koenig Antiochos, der bisher fuer uns der erste
kommagenische wai% erfahren wir zum ersten Mal die ofPw
cielle Titulatur Ävirio^o? ®iö; A(x.ato? E7u<pavv)5, wobei bemer-
kenswerth ist, dass die Namen offenhar denen des muetter-
lichen Grossvaters (Antiochos, Epiphanes) und der Mutter
(Theos) entlehnt sind, ohne Zweifel weil das Erbrecht durch
die weibliche Linie begruendet war. Sein Solin und Nachfol-
ger Mithradates, also nach clem vaeterlichen Grossvater be-
nannt;, focht in der Schiacht bei Actium in Antonius Reihen,
wie schon bemerkt worden ist. In Folge dessen, wie es
scheinh ging die Herrschaft auf seinen Bruder Antiochos ue-
ber. Aher nachdem clieser im J. 29 v. Chr. = 725 d. St. je-
nen Bruder Mithradates hatte ermorden lassen und dafuer
zum Tode verurtheilt worden war, folgte ihm im J. 20 v.
Chr. «T34 d. St. des ermordeten Bruders damals noch un-
muendiger Sohn Mithradates. Denn die heiden Berichte Dios,
dass im J. 725 Antiochos von Ivommagene vom roemischen
Senat zum Tode verurtheilt worden sei, weil er einen von
seinem Bruder nach Ilom geschickten Boten habe umbringen
lassen (52, 43), und dass im J. 734 ein Mithradates zum Koe-
nig von Kommagene gemacht worden sei, nachdem der Koe-
nig des Landes clessen Vater, seinen Bruder habe umbringen
lassen (54, 9), duerften in dieser Weise zu vereinigen sein.
Selbst wenn sie ganz genau sind, steht nichts im Wege, dass
Antiochos beider Verbrechen geziehen, das Todesurtheil aher
vom roemischen Senat vorzugsweise auf dasjenige begruen-
det wurde, wodurch die roemische Regierung zunaechst mit
verletzt war. Dass der Sohn des Ermordeten, wahrscheinlich
cler letzte seines Geschlechtes und ein Kind in zartem Alter,
erst einige Jahre spaeter belehnt ward, kann nicht hefremden.
Erwaehnung verdient noch, dass 22 Milien noerdlich von
Antiochia die Peutingersche Tafel Metridatis regnum verzeich-
net, oline Zweifel um damit den Grenzpunkt der (ursprueng-
lichen) roemischen Provinz Syrien und der Landschaft Kom-
magene zu bezeichnen. Der Name, unter dem diese hier auf-
tritt, wird mit Wahrscheinlichkeit darauf zurueckgefuehrt,
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