Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 37
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DIE DYNASTIE VON KÖMMAGENE

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tificireii; der bei Betriacum foclit; geboren nicht lange vor 38
n. Ch. kann dieser bis zum Jahr 114 gelebt haben, und nichts
hindert, dass er erst in hohem Alter in den Senat gelangt sei.
Äber dieser Combination steht entgegen, dass der im Jahr
72 abgesetzte Koenig vorzugsweise Antiochos, sein aeltester
Sohn vorzugsweise Epiphanes genannt wird, hier aber um-
gekehrt der Denkmalerrichter des letzteren Namens sicli nicht
bedient, sein Vater aber in beiden lnschriften, die ihn grie-
ehisch benennen, Epiphanes heisst. Es kommt hinzu, dass
die Inschrift des Iioenigs Antiochos des Antiochos Sohn hoechst-
wahrscheinlich dem im Jahre 72 abgesetzten gehoert; der-
selbe kann aber auf demselben Denkmal doch unmoeglich
bald Antiochos bald Epiphanes heissen.—Dagegen passt al-
les wohl, wenn der Philopappos als Enkel des letzten Koe-
nigs von Kommagene und Sohn des Epiphanes angesehen
wird. Ein solcher konnte fueglich gegen das Ende der Regie-
rung Trajans funfzig Jahre alt sein und die Ehren empfan-
gen, die die lateinische Inschrift auffuehrt. Bedenklich dabei
bleibt allerdings, dass er, gleich als waere Kommagene nicht
zur Provinz gezogen und haette er succedirt, sich den Koe-
nigstitel beilegt. Dies ist gewiss sehr befremdend, wuerde es
aber kaum in minderem Grade sein, wenn man das Denkmal
dem Sohne des letzten Koenigs geben wollte, obwohl dieser
allerdings nach der Angabe des Tacitus schon bei Lelizeiten
des Vaters den Iioenigstitel gefuehrt hat. Aber auch Plutarch
nennt unseren Antiochos Philopappos (so de adul. et amico
1) an einer Stelle «den Koenig Philopappos» (<i)t7o7i:aTCTuou toü
ßacAsw; quaest. symp. 1, 10, 1); und danach kann an der
Fortfuehrung des Titels auch nach dem Ende der Herrschaft
kein Zweifel bleiben. Darueber wage ich nicht zu entscheiden,
ob hier ein Uebergriff der Eitelkeit vorliegt, oder ob die Fueh-
rung des Koenigstitels in griechischen Documenten den
Nachfolgern der entthronten Fuersten unter dem roemischen
Principat ebenso gestattet war, wie sie heute als anerkanntes
Recht der depossedirten Souveraine besteht. Mit dem Philo-
pappos des Denkmals identificiren Boeckh und Dittenberger
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