Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 41
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INSCHRIFT AÜS DER KORINTHIA

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werth sei und holte nun lieber gleich den Stein nach Athen,
um ihn dort dem archäologischen Institut zu überweisen1.

Dem Anscheine nach hatte der Stein schon yor der Yer-
letzupg durch die Pflugschar ao der einen Seite so sehr gelit-
ten, dass abgesehen von der Beschädigung der noch zum Theil
am Rande erhaltenen etwa 7 ganze Buchstaben verloren ge-
gangen sind. Die Pflugschar hat dann noch quer über die In-
schriftfläche einige Furchen gezogen, durch welche ein ganzer
und Stücke von 7 Buchstaben zerstört wurden. Mit Hülfe ei-
niger anderer Korinthischer Inschriften, durch Yergleichung
der einzelnen Theile der Inschrift selbst sowie durch die mir
gütigst mitgetheilten Bemerkungen des Herrn Prof. A. Kirch-
hoff lässt sich indessen die ganze Inschrift ziemlich sicher
wiederherstellen.

Sie ist linksläufig und zugleich ßoo<rrpofYiS6v abgefasst, die
Grösse der Buchstaben heträgt durchschnittlich etwa 0,055
Mtr., das O ist durchgängig kleiner als die anderen Buchsta-
hen, etwa 0,035. Ueher der Inschrift lief ein rothes nur durch
einen einfachen Farbenstreifen hergestelltes und noch wohl
erkennhares Band2 von 0,01 Br. Dieses erstreckte sich auch
üher die anderen 3 Seiten des Grabsteins, ist jetzt aber wegen
der Yerletzung des Steins nur an zwei derselhen erkennbar.
Die Breite des ganzen Steins beträgt etwa 0,4, die Länge etwa
ebensoviel, die Dicke 0,25. Am obern Theile ist noch ein
Stück eines vorspringenden Leistens erkennbar, der vielleicht
zu einem spitzen Giehel gehörte.

Die Inschrift ist dreizeilig, die beiden ersten Zeilen ent-
hielten je wahrscheinlich 12, die dritte 11, die ganze In-
schrift also etwa 35 Buchstaben.

Z. 1. Das erste Zeichen rechts, mit dem die Inschrift be-
ginnt, kann nur ein A gewesen sein; von der Grundlinie des-

1 [Der Stein soll, mit Zustimmimg des Entdeckers, demnaechst dem kgl.
Ephorat der Alterthümer hierselbst übergeben werden, um ihn den öffentlichen
Sammlungen einzuverleiben. — U. K. ]

2 Vergleiche Hermes II, 136, \vo bei der bekannten Stele des Xenares
ebenfalls Spuren von rother Bemalung angegeben werden.
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