Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 49
DOI Heft: 10.11588/diglit.29169.4
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29169.8
DOI Seite: 10.11588/diglit.29169#0059
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1876/0059
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
ZUR GRIECfllSCHEN KUNSTGESCHICHTE

49

identificirt, obwohl in dieser letzteren der Name des Künst-
lers nicht enthalten ist. Schubart übersetzt: «Neben dem
Tempel der Athene ist eine wohlgearbeitete Alte, ohngefähr
eine Elle hoch, welche sich in der Inschrift Lysimache, eine
Dienerin (der Göttin) nennt».

Indessen bleiben die Worte <p«gsvn ^idxovo? slvai auffäl-
lig. Dass mit <pagev7) die augenscheinlich metrisch abgefass-
te Dedication gemeint ist, steht freilich ausser Frage. Die
Inschrift ist die Stimme der Statue, wie es in einem unter
dem Namen der Sappho überlieferten Epigramme heisst
(Bergk lyr. gr. III 3 j). 913, 118 natcEi;, d<pwvo; iolaa toS’ sv-
vsttco, at ti; epyjTai, «pwvdv dzagdTav z,aTÖegeva 7rp6 7üo3wv xt'X.) ;
und Pausanias legt auch sonst zuweilen mit poetischer
Kürze den Inhalt einer Inschrift der dargestellten Person
in den Mund. So VI 13,6 AiaXTo; 6 IIoXXi^o; dvazeiTai yevo;
gev Sgupvaio;, Icovcov St 7:pcoTo; Xa^etv ev ’0Xupt7u'a y>r\crlv ovtoq ö
JiaJlJoQ 7iayx.paTtou GTspavov ev Tiatotv. VI 17, 6 etvat 3e y.at
jjtavTt; 6 'Ejtepaotoq tou KXuTt3wv yevou; pr/jcitv STtrl tou e7uypdp.p.a-
to; Ty TeXeuTYj* tojv 3’ tepoyXcocowv KXuTt3dv ysvo; suyop.ai stvat

x.tX. Yielleicht sogar bei der Inschrift eines Grabmals II 2, 4
ecTt 3e y.at dXXo sv ©eccaXta AatSo; yäyerov p.vr.pta etvat (wo in-
dessen <paptevwv überliefert ist; ygl. 11 5, 1 vjy.ouca «pap.evwv—
III 12, 7 TaXÖug tou zal ouTot cpdp.evot p.vr.uta etvat). ln den mir
vorliegenden zahlreichen Fällen aber, in denen Pausanias aus
einer Inschrift in indirecter Rede etwas mittheilt, handelt es
sich um eine bestimmte meist um eine längere Notiz, deren
Werth die ausdrückliche Berufung auf die Urkunde begreiflich
macht. Dass dies natürliche Verfahren an dieser Stelle nicht
beobachtet und aus der Inschrift nur eine allgemein gehaltene
Bemerkung entnommen ist, welche schicklicher als einfaches
Factum ohne Erwähnung der Inschrift mitgetheilt worden
wäre, ist gewiss befremdlich. Um so mehr, als Sidzovo; kein
eigentliches Wort für Priesterin ist und erst durch einen
limitirenden Zusatz leicht verständlich sein würde.

Die Angabe des Plinius «quae sacerdos Minervae fuit
LXIY annis» geht in letzter lnstanz oline Zweifel auf das

4

MITTH. D. ARCIi. INST. I
loading ...