Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 50
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ZUR GRIECHISCHEN KUNSTGESCHICHTE

Epigramm zurück, welches Pausanias oder sein Gewährs-
mann an der Statue der Lysimache las. Mir scheint daher ein
Ausfall mehrerer Worte vor chax.ovo; angezeigt, etwa: <paasvv)
(did TSaoapcov y.al ityv,ovxa etwv tv); Äö'/iva;) dcdx.ovo; sivat AuGipdyv).

Auch süfjpt? wird sicli schwerlich vertheidigen lassen. Für
diese Femininform fehlt es von einem Adjectiv gleicher En-
dung an Analogien; aucli ])edeutet es nicht «wohlgearbeitet)),
sondern «wohlangefügt, handlich, bequem», und wo Pausa-
nias die gute Arheit eines Kunstwerks hervorhebt, gehraucht
eiq wie die von Schubart Pliilol. XXIV p. 575 gesammelten
Stellen zeigen, regelmässig die Ausdrücke Osa; d^.ov, guv ts^-
vy), guv y.OGpcp 7rs”oir,pLSvov, Tsyvr? su s^ov, co<p(a s; cd dyd^gaTa,
s; 7w0iv)Gtv dya^paTcov und Aehnliches. Gewiss deutet auch die
schwankende Ueberlieferung des Wortes auf eine Corruptel.
Man könnte eine Bezeichnung der Kleinheit darin vermuthen,
wenn nicht die Angabe der Grösse einer Statue nach Fus-
sen und Ellen (vergl. Schubart a. a. 0. p. 577) so überaus
häufig bei Pausanias wäre, dass ein auf die folgende Massan-
gabe hinleitender Begriff überflüssig schiene. Eher ist an das
Material oder den Verfertiger des Werkes zu denken. Mög-
lich wäre auch ein Wort wie eüyvipco?.

Die auf der Akropolis gefundene Künstlerinschrift des
Demetrius (Ephim. 171, Hirschfeld tituli no. 19 und richti-
ger Ephim. 2309, Hermes V p. 309) scheint nach den Frag-
menten des zugehörigen Epigramms zu schliessen von einem
andern uns unbekannten Werke des Künstlers lierzurühren.

III. Anadyomene des Apelles. Wenn antike Schriftsteller
berühmte Kunstwerke erwähnen, wollen sie wie begreiflich
in den allermeisten Fällen nur erinnern nicht beschreihen.
Augenblicklich und unmittelhar kam ihnen ein Verständniss
entgegen, das der moderne Leser, wenn keine sichere An-
schauung ihn unterstützt, im günstigen Falle nur allmähiich
durch genaueste sprachliclie Auslegung erreichen kann. Mit
seinem natürlichen Verlangen nach einer bestimmten Vorstel-
lung findet er sich in der Regel einer so grossen Sprödigkeit
des Ausdrucks gegenüber, dass nebeneinander verschiedene
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