Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 67
DOI Heft: 10.11588/diglit.29169.4
DOI Seite: 10.11588/diglit.29169#0077
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1876/0077
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
Topographische Stuclien.

I. Zur Topographie von Marathon.

(Hierzu Tafel IV.)

1.

In der Aufzählung der an oder nahe bei der Ostküste At-
tikas gelegenen Demen bei Str. 9 p. 399 folgen nach Halai
Araphenides, welches mit Sicherheit in dem jetzigen Raphina
zu erkennen ist, die Demen Myrrhinus, Probalinthos, Mara-
thon, Trikorythos, Rhamnus. Da der Demos Myrrhinus, wie
ebenfalls fest steht, nach dem jetzigen Merenda verlegt wer-
den darf, muss hei Strabo dafür wohl Mupptvoua-Tvj eingesetzt
werden, sei es nun, dass Strabo selhst sich geirrt hat oder
dass die Lesart der Verderbniss der Codices durch die Ab-
schreiber zuzuschreiben sei. Dann folgen die Demen Probalin-
thos, Marathon, Trikorythos, welche mit Oinoe zusammen
die attische Tetrapolis bildeten, einen von den Bezirken, de-
nen Theseus ihre ziemlich absolute Selbstständigkeit genommen
haben soll. Diese Demen bildeten auch später noch eine Kult-
genossenschaft. Indessen übertraf, wie namentlich aus der
Zusammenstellung der Grabinschriften weiter unten hervor-
geht, Marathon an Ausdehnung die 3 andern und war nach
der berühmten Schlacht des Jahres 490 der am Meisten ge-
nannte. Mit dem Namen dieses Demos wurde öfters die Ehene
und zuweilen sogar auch das Gebiet der übrigen Ortschaften
der Tetrapolis bezeichnet, wie es z. B. bei Lucian im Icaro-
men. c. 18 heisst : MapaÖwvo; ta wspl ttjv Olvoviv. Diese hervor-
ragende Stellung des Demos Marathon beruhte vermuthlich
auf der günstigen Lage desselben, darauf dass er durch die
loading ...