Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 69
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ZUR TOPOGRAPHIE VON MARATHON

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4te bei Marathona, der 5te und Gte bei Vrana, der letzte end-
ücli in der Ebene selbst, und in diesen münden Wege von
Marathona, Vrana und Kato Suli.

Diese Zustammenstellung lehrt, dass die Verbindung des
marathonischen Gebiets mit dem nördlichen Attika vorzugs-
weise durch Marathona erfolgt, während für den Verkehr mit
der attischen Ebene Vrana und Marathona sich die Wage halten.

An die Ebene schliessen sich drei Thäler an, erstens das Thal
zwischen dem grossen Sumpfe und dem Passe nach Rhamnus,
j. das Thal von Ivato Snli, zweitens das Thal von Marathona,
das bei Bei und Seferi beginnt und dem sich das zum Giess-
bache der Tetrapolis gehörende Thal von Ninoi als Fortset-
zung anschliesst, drittens das Thal von Vrana mit dem Ne-
benthale Avlona. Von diesen drei Thälern liegt das erstge-
nannte etwas von der Ebene entfernt und steht mit ihr nur
durch den Weg zwischen dem grossen Sumpfe und dem Hü-
gel bei Kato Suli in Verbindung. Zwischen diesem Thale und
dem von Marathona liegt der Stavrokoraki, zwischen dem
Thal von Marathona und dem von Vrana der Kotroni. Nur
beiläufig bemerke ich, dass einige Topographen auch das Thal
von Hierotzakuli mit in den Bereich der attischen Tetrapolis
ziehen wollten, doch geschah dies nur, um einige Nachrich-
ten der alten Schriftsteller ihren Meinungen über die Verthei-
lung der Tetrapolis anzupassen.

Nirgends beinahe ist ein Gebiet so scharf umgrenzt als das
marathonische. Wir haben eine freie fruchtbare Ebene, die
ein Schiffahrt treibendes Volk gleichsam zur Bebauung einla-
det und eine unmittelbare Communication mit Euböa und den
ägeischen Inseln gestattet, im Hintergrunde durch die Hügel-
kette von Drakonera bis Aphorismo gegen etwaige Angriffe
der Umwohner von der Natur gesichert. Diese Hügel gestatten
aber andererseits doch auch wieder durch ihre Schluchten den
Verkehr mit denselben.

In der älteren Zeit pflegten nun bekanntlich die Ansiedlun-
gen auf solchen Küstenebenen nicht unmittelbar am Ufer zu lie-
gen, ausgenommen da wo hart am Meere sich ein steiler schwer
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