Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 72
DOI Heft: 10.11588/diglit.29169.4
DOI Seite: 10.11588/diglit.29169#0082
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1876/0082
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
72

ZUR TOPOGRAPHIE VON MARATHON

Denkwürdigkeiten nennt er das Grab der Athener, auf wel-
chem Stelen mit den phylenweise aufgezählten Namen der
Todten standen, ferner ein Grab der Platäenser und Sklaven,
dann das Denkmal des Miltiades und endlich ein xpÖTCaiov aus
Marmor. Von den Medern behaupteten die Athener, dass sie
sie begraben hätten, da dieses ja schon als religiöse Satzung
geboten war, doch konnte Pausanias kein Grab derselben fin-
den, da weder ein Erdhügel nocli ein anderes Anzeichen eines
Grabes zu sehen war und zwar gewiss aus dem Grunde, wie
Pausanias richtig vermuthet, weil Aristides mit seiner Phyle
sicli nur das Eine angelegen sein liess, dass die Griechen nach
ihrem Vaterlande geordnet begraben wurden, während man
die Perserleichen da wo sie eben lagen einscharrte. Nachdem
Pausanias nun nocli die Quelle Makaria, den grossen Sumpf,
die Ivrippen für die Pferde des Artaphernes neben demselben
genannt, geht er zur Panshöhle über. Von dieser berichtet er:
d’Xtyov dc7TtoT£pco tou tteSioo Ilavd; egtiv opo; x.al aTi-dXaiov öda;
a^tov* e'goSo; g£v d; aÖTO ctev/i, 77ap£Xöodct Se Etctv otxot y.ai XouTpa
•/.ai [to] xaXougEvov Ilavdi; atTtoXtov, 7T£Tpat Ta 7:oXXöt at^iv £p/.a<jpc£-
vat. Von dieser Höhle sagt Pausanias ausdrücklich, dass sie
nicht wie die Krippen der Pferde des Artaphernes in einem
unmittelbar an die Ebene stossenden Berge, sondern weiter
von der Ebene entfernt gelegen liabe. Diese Worte passen
nicht wolil auf die kleine offene und nur mit wenigen Sta-
laktiten versehene Höhlung im Drakoneraberge. Die Höhlung
ist an ihrem unteren Ende ungefälir ebenso breit als am Ein-
gang und besteht nur aus einer langgezogenen Kammer, wel-
che von r. nach 1. sich in den Felsen hineinzieht; sie wäre
oline alles Interesse, wenn nicht in ihrem Grunde ein Quell
guten, trinkbaren Wassers den im und am Sumpfe ihre Heer-
den treihenden Hirten Labung böte. An Felsenkammern, Ba-
dezimmer und Ziegengestalten kann hier auch nicht die
überspannteste Phantasie denken. Nun ist seit langen Zeiten
eine andere Höhle, nämlich die bei Ninoi bekannt und von
den älteren Reisenden für die Panshöhle gehalten worden.
Indessen haben die späteren nach dem Vorgange Leakes die-
loading ...