Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 75
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ZUR TOPOGRAPHIE VON MARATHON

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nahme, dass Lamptreis nach Lambrika zu versetzen ist_, he-
rangezogen werden dürfen. Aehnlich lässt sich für andere De-
men schliessen, obgleich die Grabinschriften bis jetzt noch
wenig oder gar nicht zu diesem Zwecke benutzt worden sind.
Indessen darf man aus dem Fundort gewiss nicht ohne Wei-
teres die Lage eines Demos bestimmen wollen, es kann dies
immer nur als Bestätigung anderweitig gewonnener Resul-
tate dienen. Mir genügt es hier festgestellt zu haben, dass die
aufgestellte Rechnung diese Prüfung besteht. Die nach der obi-
gen allgemeinen Darstellung des Terrains gewonnene Ansetzung
der 4 Demen bei Yranä, Ninoi, Marathona und Kato Suli steht
in Widerspruch mit den neueren Topographen oder genauer
gesprochen mit Leakes Ansicht, welche Ross, Finlay, Bursian
u. a. angenommen haben. In dem Vorhergehenden ist nun be-
reits stillschweigend die Berichtigung derselben gegeben und
es sind die Gründe entwickelt, aus denen der Versuch Leakes,
an der durch noch an alter Stelle haftende Namen und so vie-
les Andere gesicherten Vertheilung der Demen zu rütteln, von
der Hand gewiesen werden muss. Indessen nöthigt der Name
des berühmten Engländers uns noch einmal darauf zurück-
zukommen. Die Hauptgründe für seine Annabme, dass das
alte Marathon nach Vranä zu verlegen sei, sind erstens die
nach seiner Ansicht besonders begünstigte Lage von Vranä,
zweitens das Fehlen von Iluinen bei Marathona und drittens
die alizugrosse Nähe des Demos Oivovi, des j. Ninoi, bei Ma-
rathona. Ich habe bereits ausgeführt, dass Marathona viel
günstiger gelegen ist, da die Communication mit Aphidna und
Diakria allein durch das Thal von Marathona (mit Einschluss
von Ninoi) erfolgen konnte und auch die weitere Entfernung
Marathonas von der Ebene verhindert nicht, dass eben dies
Dorf auch jetzt noch der Hauptort der Tetrapolis ist.

Zweitens sind die Ruinen bei Marathona allerdings nicht
zahlreich und ausgedehnt, es finden sich aber doch einige am
Nordfusse des Kotroni jenseits der Charadra. Ausserdem ist
diese Forderung nicht durchaus unerlässlich, die attische To-
pographie setzt auch in solchen Gegenden Demen an, die jetzt
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