Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 76
DOI Heft: 10.11588/diglit.29169.4
DOI Seite: 10.11588/diglit.29169#0086
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1876/0086
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
76

ZUR TOPOGRAPHIE VON MARATHON

keine Ruinen aufzuweisen haben. Es ist ja möglich und sogar
sehr natürlich, dass antike Reste verschwinden, wenn sich in
derseiben Gegend von Alters her ein Ort hefunden hat. Bei
Ninoi liegt die Sache ganz anders, von Oinoe sagt schon Plin.
hist. nat. 4, 7, dass es nicht melir als Demos existire und die
fränkische Zeit, aus der der fränkische Thurm und die <ppay-
x.tx.Yi des Ortes herrühren, scheint das Aussehen des-

selhen wenig verändert zu haben. Drittens endlich scheint
Oinoe niemals ein bedeutender Demos gewesen zu sein, zu
Plinius Zeit war es, wie schon angeführt, bereits nicht mehr
als Dorf vorhanden und von den oben zusammengestellten
Grabinschriften fallen neben 44 aus Marathon nur 8 auf Oi-
noe. Es war, worauf der Name hindeutet, wahrscheinlich
nur eine Ansiedlung von Weinbauern und das Land, das dort
zum Anpflanzen von Weinreben brauchbar ist, hat keine
grosse Ausdehnung. Dass der von Aphidna in die Tetrapolis
fliessende Bach von den Alten (Suidas s. v. oivdvi tr,v ^aoa^pav,
Apostolios 14, 22, deren Anführungen auf den Atthidogra-
phen Demon zurückgehen) nach Oinoe benannt wurde, dessen
Fluren er zuweilen verwüstete, wenn die Dämme nicht stark
genug waren oder fehlten, das hat, seinen einfachen Grund
darin, dass er zuerst in den Bezirk dieses Demos eintrat. Hie-
mit glaube ich, die allgemeineren topographischen Bemerkun-
gen und die Erläuterung der topographischen Schriftstellen
beenden zu dürfen und wende mich nun noch zur Beschrei-
bung einiger Details, deren Lage sich auf der beigegebenen
Karte (Tafel IV) zum Theil zum ersten Male verzeichnet findet.

Noch bevor man auf dem breiten aus der Mesogia kom-
menden Fahrwege in die Ebene eintritt und das verfallende
Dörfchen Hierotzakuli nebst der Meierei (gevojrt) Hag. Para-
skevi in Xylokerasa passirt, liegt dem Wanderer zur R. das
kleine stumpfe Cap, dem auf der gegenüber liegenden Seite
die Kynosura entspricht. Hier an diesem Cap, zu dem nur
beschwerliche Fussteige führen, fand ich 3 bearbeitete grosse
Marmorblöcke, alle von ursprünglich quadratischer Form, jetzt
aber ziemlich arg beschädigt. Ganz in der Nähe, einige Schritt
loading ...