Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 77
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ZUR TOPOGRAPHIE VON MARATHON

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weiter naeh der Ebene zu liegen 2 aus Erde und Steinen be-
steliende Erböbungen in Form von Tumuli. Möglicberweise
gehörte alles dies zu einem Bau, etwa für einen Wachtposten
des nah gelegenen Demos. Verfolgt man die sich vom Cap nach
der Ebene hin ziehenden Dünen, so trifft man nach etwa einer
halben Stunde einen Brunnen und eine Stunde weiter tritt
man in die Ebene. Hier stösst man zunächst auf den kleinen
Sumpf. Der Platz führt jetzt den Namen Bpe^ic« und die mit
den am Ausführlichsten von Prokesch von Osten (Denkwürd.
und Erinn. a. d. 0. II p. 423 ff.) heschriebenen Alterthümern
bedeckte Stelle heisst j. Dekaneta. Von den am Fusse des Ar-
galiki, wie Leake Dem. S. 74 sagt, entspringenden Quellen
wussten mir die Hirten nichts zu berichten, doch fand ich in
der Nähe des kleinen Sumpfes einen Brunnen mit wenig Was-
ser, den ich anfänglich, da das Wasser nur wenig unter dem
Rande des Brunnens steht und wenig Tief'e hat, für eine in
Brunnenform gefasste Quelle hielt. Vielleicht veranlasste die-
ser Wasserstand den Irrthum Leakes, zumal da in der Nähe
sich noch einige ähnliche Brunnen finden. Um zu den Mar-
mortrümmern oder Dekaneta zu gelangen, niuss man um die
Süd-oder Nordseite von Brexisa herumgehen. Ich fand nun
im südlichen Theile des kleinen durch einen Dünensaum vom
nahen Meere getrennten Sumpfes 6 oder 7 kleine Hügel, die
fast ganz aus Marmortrümmern bestehen. Zwischen 2 dersel-
ben liegt ein Pilaster und einige andere Baustücke, nicht weit
davon ein grosses Stück einer weiblichen Sitzstatue von guter
Arbeit. Aucli einige runde Säulen ohne Cannelirung aus weis-
sem und huntem Marmor lieojen auf einer kleinen Insel im
Sumpfe umher oder stehen noch aufrecht, aber nicht an alter
Stelle (vgl. Pückler - Muskau ’s Südöstl. Bild. II. Griech.
Leid. Erst. Tli. 1840 S. 469). Hier in dieser Gegend liess
Herr von Choiseul nachgraben nnd fand die im Catalogue
Dubois veröffentlichten Köpfe, von denen 3 Socrates, Lucius
Verus und Marcus Antonius darstellen sollen, der 4te für
Herodes Atticus erklärt wurde. Noch jetzt pflegen die Mara-
thonier hier nach Gräbern zu suchen und ich selbst habe ver-
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