Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 78
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ZUR TOPOGRAPHIE VON MARATHON

schiedene hier gefundene Schmucksachen gesehen. Auch stam-
men die in Marathona eingemauerten Reliefs und Inschriften-
steine z. Th. von hier. Von einem antiken Wege, den hier
Gurlitt de tetrapoli Attica, Gott. 1867 p. 17 nach Prokesch-
Osten, der aber nur von einem dem Anscheine nach aus neue-
ren Zeiten stammenden Mauerdamm spricht, annehmen woll-
te^ kann nicht die Rede sein; ebenso ist die im C. I. Gr. I
p. 551 mitgetheilte Inschrift nicht hier sondern weiter in der
Ebene gefunden, wo ich sie noch selbst gesehen habe. Mauer-
züge, die auf die Existenz eines Tempels zu schliessen erlaub-
ten; finden sich in Dekaneta nicht. Bekanntlich wollte Hero-
des Atticus sich in seinem eigenen Dernos oder seiner engeren
Heimat begraben lassen, wurde aher von den attischen Ephe-
ben nach seinem Tode in feierlichem Zuge nach Athen ge-
bracliG wo seine Gebeine im panathenaischen Stadion beige-
setzt wurden. Es ist mögliclp dass er sicli in dem jetzigen
Dekaneta ein Grabmal errichtet hatte und dass die von Fau-
vel gefundenen Denkmäler von seinem Kenotaph herrühren.

Eine Viertelstunde nördlich davon iiesrt wieder ein alter

O

Brunnen und nahe dabei von einigen wilden Oelbäumen be-
schattet ein Platz mit ziemlich hedeutenden Ilesten aus dem
Alterthume, namentlich lässt sicli ein oblonger Bau noch in
seinen Fundamenten verfolgen. Hier findet sich auch die viel-
leicht einem Architrav angehörende oben angef. Inschrift.
Nicht weit von dieser Stätte in der Richtung nach dem Soros
zu finden sich wieder andere Mauerreste, von denen einige
zum Bau einer j. verschwundenen Kapelle des Hag. Theodo-
ros verwandt worden sind. Die ganze Gegend wird Valaria
genannt, es ist dies der Ort, wo Leake den Demos Probalin-
thos ansetzen wollte, doch reiclien die angeführten Trümmer
nicht aus, hier eine alte Niederlassung zu erkennen. Bevor
man von liier zum Soros gelangt, stösst man nicht weit von
demselben wieder auf ähnliche Fundamente in rechtwinkli-
cher Form. Hier liegt der hereits von Ross (bei Hoffmann,
die alten Geogr. und die alte Geogr. II S. 51) angeführte
kleine etwa T hohe Altar aus pentelischem Marmor. Einige
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