Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 85
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ZUR TOPOGRAPHIE VON MARATHON

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alte Brunnen sind bis jetzt hier ebensowenig wie dort zu Tage
gekommen. Die Einwolmer des Dorfes holen ihr Trinkwasser
meistens aus einem 20 Minuten vor dem Dorfe am Fusse des
Argaliki gelegenen Brunnen. Im Dorfe und am Hügel, den
früher das Dorf einnahm, finden sich keine antiken Mauer-
züge, obgleich es wahrscheinlich ist, dass der alte Demos den
Platz des Dorfes und den Hügel mit umschloss. Ziemlich aus-
gedehnte Reste des Demos finden sicli dagegen in dem an-
grenzenden Tlieile der marathonischen Ebene. Am Bekannte-
sten sind die zur R. des von Vrana kommenden Giessbaches
liegenden Tumuli, an Gestalt und Grösse sehr versehieden,
zum Theil eingesunken. Es sind wenigstens 6, vielleicht noch
melir, doch nehme ich keine grössere Zahl an, da ich in Be-
treff einiger anderer Steinhaufen an dem antiken Ursprunge
zweifelte. Am Deutlichsten und Besten erhalten sind die Fun-
damente einiger in verschiedene Abtheilungen zerfallender al-
ter Gebäude, auf welche man stösst, wenn man von der Iva-
pelle des Hag. Nikolaos etwa 10 Minuten in der Richung nach
dem Soros hin gehend das Bett des Giessbaches überschritten
hat. Es stehen dort jetzt einige verwilderte Fruchtbäume. Aucli
weiterhin findet man, in der angegebenen Richtung weiter
gehend, alte aber weniger deutliche und in Steinhaufen zu-
sammen gefallene Trümmer. Einen solchen Hügel aber, wie
Ross einen am Fusse des Argaliki aufgefunden haben will,
dort wo sich eine kleine Schlucht in den Berg hinein zielit,
liabe icb nicht gefunden, obgleich ich mehrere Male am gan-
zen Abhang des Argaliki danach gesucht babe. Dagegen fin-
det sich etwa an der bezeichneten Stelle eine runde unbedeu-
tende ErheMing, die von der Ebene aus gesehen wie mit Mar-
morblöcken übersät erscheint. Es sind dies aber keine anti-
ken Bausteine, wenn auch die Form einiger wuerfelartig ist.
Ich muss vermuthen, dass Iloss sich durcli den Schein hat
täuschen lassen. Prokesch von Osten, der diese Gegend am
Genauesten beschrieben hat, weiss eben so wenig davon zu
berichten wie W. Vischer u. A.

Probalinthos, an dessen Stelle das jetzige Vranä getreten
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