Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 86
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ZUR TOPOGRAPHIE VON MARATHON

igt^ war wie Trikorythos durcli einen künstlich hergestellten
Weg mit Marathon in Verbindung gesetzt. Geringfügige Ue-
berreste eines solchen finden sich an dem Südfusse des ccrund-
lich platten» Kotroni in der jetzt Tzepi genannten Gegend.
Etwa 100 Schritt über demselhen liegt am Abhang des Hü-
sels ein grosser runder Marmorblock, dessen Dm. 1, 25 Mtr.
heträgt. Nahe dabei, wo man in der Riclitung nach Bei vom
Hügel wieder hinuntersteigt, tragen 2 parallel neben einander
herlaufende Erderhöhungen schwache Spuren einer alten
Mauerlinie.

Was nun zum Schluss die Namen der 4 alten Demen der
Tetrapolis anbelangt, so ist Marathon am Wahrscheinlichsten
als «Fenchelfeld» zu deuten. Die Endungen der beiden De-
mennamen Tpixopuvöo; und IlpoSaXivOo; sind nach den Zusam-
menstellungen von Ross u. A. eine Hindeutung darauf, dass
diese beiden Demen auf oder an einem Hügel oder Berge la-
gen, und zwar scheint der Name Tpmöpuvöo; auf einen Berg mit
3 Höhen hinzudeuten, sodass es wahrscheinlich ist, dass der
Stavrokoraki gemeint ist, auf dessen vorspringenden Ausläu-
fer Trikorythos lag. Die Bedeutung des Namens Oinoe ist klar,
noch jetzt wird dort vortrefflicher Wein gewonnen.

Wenn dieser Aufsatz nicht den topographischen Charakter
verlieren soll, können die nachfolgenden Bemerkungen über
die Schlacht auf dem Felde von Marathon nur kurz ausfallen.
Ich beschränke mich wesentlich darauf, zu untersuchen, Mrie
weit die oben geschilderte Beschaffenheit des Terrains zu den
bei den alten Schriftstellern vorkommenden Notizen über Be-
nutzung der Terrainverhältnisse passt. Diese Sehriftsteller sind
Herodot, Pausanias und Nepos (Quelle Ephoros). Topographi-
sche Notizen sind uns für 3 verschiedene Stadien der Schlacht
gegeben, nämlich über das Lager der Griechen, von welchem
aus sie zum Kampfe stürzten, 2tens über die Ausdehnung der
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