Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 89
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ZUR TOPOGRAPHIE VON MARATHON

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dem Verkehr mit der umliegenden Landschaft nicht zu sehr
entzogen, dabei aher andererseits aucli nicht dem profanen
Leben und Treiben der Demoten zu nahe gerückt war. Ich stelle
diese Yermuthung auf, weil sich mitten zwischen den alten
Demen Marathon, Oinoe und Probalinthos ein va7io;, oder ein
au'Xwv befindet, der die soeben angedeuteten für ein Heilig-
thum passenden Eigenschaften besitzt, nämlich das Thal Av-
lona. Der Name desselben ist wahrscheinlich ein alter; nir-
gends nämlich finden sich in demselben Spuren profaner An-
siedlungen aus dem Alterthum oder Mittelalter, wohl aher wie
schon Leake wahrnenommen hat und oben bestätiot worden,
Spuren einer Einfassung des Ganzen oder wenigstens eines
Theiles desselben. Wenn sich mittelalterliche Ruinen in dem-
selben fänden, könnte an eine Uebertragung des Namens an-
derswoher gedacht werden. Da dies aber nicht der Fall ist
und der Name an sich ein altes Gepräge trägt (Athen. V. 3,
p. 189 C ‘Xsyovrai aO^vyioi xal Ispoi Ttvs; auAwvs;, tov gsgv/jTai
^Ao^opo; sv T-?i svaTY)) vermuthe ich mit Rücksicht auf die Ein-
fassungsreste, dass sich liier wie im Namen Marathona und
anderen die alte Rezeichnung in der Accusativform erhalten
hat. Die Einfassungsmauer des Temenos wurde von den Athe-
nern vermuthlich als Lagermauer benutzt. Zur Bestätigung
meiner Vermuthung möge noch dienen, dass Pindar 01. IX,
93 von einem x.ux.'Xo; die Rede ist, in welchem an den Hera-
kleen Kampfspiele stattfanden, dass zweitens Pindar Pyth.
XIII, 79 von dem Aegineten Aristomenes sagt: Msyapoi;
S’s^st; ^ MapaOwvo;; beide Stellen führen da-

rauf, dass die Herakleen nicht auf dem flachen Felde (da-
rauf setzt bekanntlich Leake das Heraklesheiligthum), sondern
in einer Thalschlucht stattfanden. Ein solcher pxoc ohne
von der Natur selbst gebildeten Ausgang an der Rückseite
und doch nach der Ebene hin geöffnet ist das jetzige Thal
Avlona. ln diesem lagen also nach meiner Meinung die
Griechen vor der Schlacht, wenn auch nicht, wie man nach
Herodot annehmen möchte, etwa eine Woche oder noch län-
gere Zeit. Als die Platäer, die ohne Zweifel gleich nach der
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