Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 91
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ZUR TOPOGRAPHIE VON MARATHON

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schen Reiterei benutzte, wenigstens den Schein der Wahrheit
in Anspruch nehmen, wenn es auch auffallen muss, dass in
den älteren Berichten yon jener Reiterei niemals die Rede ist,
sodass wir über ihre Anwendung und ihre Stellung durchaus
nichts Genaues weder wissen noch errathen können. Beson-
ders auffallend ist es dass Herodot, der doch die marathoni-
sche Ebene für besonders geeignet erklärt, um darin mit der
Reiterei Bewegungen auszuführen, auch nicht mit einem
W'orte yon dieser spricht. Unter diesen Umständen muss man
es durchaus billigen, dass die Topographen und Historiker
bei ihren Vermuthungen über die Aufstellung der feindlichen
Schlachtreihen keine Verwendunn derselben machen. Ich

O

komme hiermit zu dem zweiten der oben angea-ebenen Punk-
te, zur Frage über die Aufstellung der Griechen im Augen-
blicke yor dem Angriffe. Ich kann mich hier auf einige kurze
Bemerkungen beschränken, da ich in der Frage über die Auf-
stellung der Schlachtlinien wesentlich ebenso urtheile wie
Lieutenant - General A. Jochmus in dem dritten seiner Com-
mentaries in dem Londoner Geograph. Journ. Juni 1857. Die
Ansichten anderer Forscher findet man bei Victor Campe, de
pugna marathonia Greifsw. 1867 zusammengetragen. Schrei-
tet man etwa 20 oder 25 Minuten yon dem Ausgange des
Thals Avlona in der Richtung nach dem Soros zu in der E-
bene fort, so hat man rechts von sicli die Abhänge des Arga-
iiki, links den Südfuss des Kotroni. Auf diesem Wege über-
schreitet man das oft trockene Bett des Baches von Vranä. An
dem bezeichneten Punkte zwischen Argaliki und Kotroni liegt
die Grenze zwischen dem Thal von Vrana und der grossen
Ebene. Ilier fand, wenn die Ansetzung des Herakleion und
die Angabe des Herodot, dass die Griechen 8 Stadien zurück-
legten; um auf die Perser zu stossen, richtig ist, der erste An-
griff auf die feindliche Schlachtlinie Statt. Aus der Angabe des
Herodot VI 111, dass die beiden Schlachtlinien einander an Län-
ge gleich waren, kann man entnehmen, dass der Angriff nicht
in dem grossen Blachfelde von Marathon, sondern auf einem
engeren Terrain erfolgte. Mag man auch weit davon entfernt
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