Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 102
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J. G. Transfeldts

Examen reliquarum antiquitatum Atheniensiurn.

Herr Prof. lucian mueller in Petersburg hat in seiner
«Geschichte der klassischen Philologie in den Niederlanden»
(Leipz. 1869) S. 21 auf eine Handschrift der Bibliothek im
Haag hingewiesen, welche, ans dem Nachlass Gysbert Cuy-
pers stammend, den Anfang eines Berichtes von Johann
Georg Transfeldt über seine wechselvollen Lebensschicksale
enthalte, mit eingestreuten Notizen über die antiken Denk-
mäler Athens. Seitdem hat curt wachsmuth in dem Buche
über «die Stadt Athen im Alterthum» I (Leipz. 1874) S. 70 f.
u. ö. nach Müllers Aufzeichnungen einige näliere Angaben
über den merkwürdigen Mann und jene Beschreibungen athe-
nischer Ruinen gemacht. Meinem Interesse für den ersten
Deutschen, welcher, gleichzeitig mit Spon und Wheler, diese
Studien betrieb, kam der Bibliothekar im Haag Herr Dr.
campbell in liebenswürdigster WTeise entgegen, indem er die
Uebersendung der Handschrift (Manuscr. Cuper. no. 1) an
mich bereitwilligst vermittelte.

Was sicli aus diesem Sammelbande und einigen anderen
Nachrichten über das seltsame Leben jenes Mannes ergibt, soll
an einem andern Orte mitgetheilt werden. Hier genügt es an-
zuführen, dass Transfeldt, im Jalire 1648 zu Strasburg in
Preussen geboren, zuerst bei seinem Yater, clem Rector der
dortigen evangelischen Schule, sodann auf den Gymnasien in
Danzig und Breslau seinen Unterricht erhielt und schon da-
mals in warmer Begeisterung für das Alterthum keinen leb-
hafteren Wunsch hegte als eines Tages Athen zu besuchen. Er
studierte an mehren deutschen Universitäten, z. B. in Jena
(1668), trat aber später, nach dem Tode des Yaters, in pol-
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