Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 125
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EXAMEN ANTIQUITATUM ATHENIENSIUM

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Giraud als Consul angestellt (Spon II S. 129), und auch von
einem niederländischen Consul ist in den sechziger Jahren
die Rede (ebda S. 244); ferner hatten die Genuesen das Un-
gliick Venedigs benutzt um im Jahre 1664 einen Botschafter
bei der Pforte zu accreditieren (.Relazioni II S. 174) und sand-
ten einige Jahre später einen Doria nach Athen um hier ein
Consulat einzurichten (Guillet Athenes p. 227). Was ist also
natürlicher als dass auch Venedig sofort nach Friedensschluss
den verlorenen Posten wiederzugewinnen suchte? (Vgl. das
residet nunc in der oben angeführten Stelle). Von den fünf
venezianischen Consulaten im türkischen Reiche, Alexandrien
Aleppo Cypern Smyrna und Salonichi, wurden die letzten bei-
den vom Bailo auf je fünf Jahre besetzt, und ohne Zweifel
war dies auch mit den verschiedenen Viceconsulaten im Ar-
chipel und in Morea der Fall (Relazioni II S. 354 f). Mit den
letzteren, zu denen auch der athenische Posten gehört haben
muss (die Anstellung Grammaticas durch Molin ist also ganz
in der Ordnung), war kein festes Gehalt verbunden, sondern
die Yiceconsuln waren lediglich auf gewisse Abgaben von den
venezianischen Schiffen angewiesen. Diese Abgaben musten
höchst geringfügig sein in einer Zeit wo in einem Hauptha-
fen wie Smyrna binnen vier Jahren nur 37 venezianische
Schiffe aus und einliefen; daher denn auch die geringeren
Consuln econcordemente esclamano, che l’assegnato mezzo per
cento non supplisce al viver loro, sicche la ristrettezza in che
sono cost/tuiti, li obbliga a prevaricare, e in luogo d’opponersi
alli contrabbandi li favoriscono e j.roteggono» (Relaz. II S. 180).
Diese Klage stimmt wieder voliständig mit dem überein, was
Transfeldt von der Unzulänglichkeit der Einnahmen seines
Consuls erzählt. Ja man kann zweifeln ob letzterer lange in
dem Posten verblieben ist. Denn während Transfeldt, dessen
Yerhältnis zu Grammatica keine Spur irgend einer Trübung
aufweist, zunächst in dessen Hause Aufnahme fand und sich
ihm zu Diensten stellte, geht aus dem Schluss der oben mitge-
theilten Beschreibung des Lysikratesdenkmals (Disc. II eap. -5)
hervor, dass er einen Monat lang im Kapuzinerkloster ge~
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