Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 134
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DAS SKIRADION AUF SALAMIS

Mittelpunct des Kampfplatzes, sich entfernen konnten, son-
dern auf jeden Fall den kürzeren und sicherern Weg nach
Korinthos durch den megarischen Sund einschlugen, so lässt
sich kamn bezweifeln, dass Skiradion das nordwestliche Vor-
gebirge der Insei war, wo jetzt auf einer schmalen Fläche am
Strande das Kloster Phaneromeni steht». Dagegen bemerkt
Wachsmuth, dessen Änsetzung des Vorgehirges mit der An-
nahme Stein’s zu Flerodot übereinstimmt, a. a. 0. : «Die Ko-
rinthier werden mit den Lacedämoniern und Aegineten auf
dem rechten Flügel aufgestellt zu denken sein; sicherlich ist
es unmöglich anzunehmen, dass sie nacli Westen hin, wo der
Kampf der Athener mit den Phoeniziern bereits engagirt war,
die Flucht versucht haben, zumal ja doch die Besetzung des
ganz engen westlichen Ausgangs der Eleusinischen Bucht
durch die Phönizier ilinen bekannt war. Die einzige denkbare
Vorstellung ist die, dass sie durch den nahen Ostausgang dem
Salaminischen Sund entftohen, um dann an der Salamini-
schen Küste entlang nach der Heimath zu fahren. —Jeden-
falls befinden wir uns hier auf der Südküste der Insel». Stein
meint, aus der Lage des Tempels auf dem südlichen Ausläu-
fer der Insel folge zwar, dass die Korinthier südlich um Sala-
mis lierum gefahren sein sollten, aber dieser mit der Stellung
der Feinde in den Sunden unvereinliche Umstand beweise
schon deutlicli genug, dass die ganze Erzählung erclichtet sei.
Letzteres kann keinem Zweifel unterliegen, doch muss diese
Fiction mit den Berichten über die Schlacht in Einklang ge-
setzt und angenommen werden, dass die Athener kein solches
Märchen vortrugen, dessen innere Unwahrheit jedem sofort
in die Augen springen musste.

Wachsmuth hätte naclrweisen müssen, dass ein Entrinnen
durch die Meerarme östlich und westlich von Psyttaleia denk-
bar sei. Dagegen war es nicht unmöglich, dass ein Schiff
hinter der Linie der auf dem linken Flüeel stehenden Athe-

O

ner herfuhr, wenn die Schiffe derselben von der salaminischen
Küste aus den von der Seite des gegenüberliegenden Festlan-
des herankommenden Perserschiffen entgegen gefahren waren.
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