Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 160
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AUS LAKONIEN

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280), und wir sind daher berechtigt einen grösseren Distrikt
als zum Heiligthum gehörig zu fassen, der ganz oder theil-
weise bepflanzt gewescii sein wird; wenn nämlich auch
durcli Strabos Ausdruck aAco; dies nicht unhedingt verlangt
wird, kann man doch für das Alterthum voraussetzen, dass
die jetzige trostlose Einöde, die ausser im Westen und Nord-
westen, wo sie durch ein Paar kümmerliche Getreidefelder
unterbrochen wird, üherall den kahlen Felsboden zeigt, im
Alterthum in hesserem Zustande gewesen sei. Ueber die Bau-
weise der heiden Heiligthümer ist ohne Nachgrabungen nichts
sicheres mehr festzustellen. Im Texte des Pausanias III 25, 4
müssen ein Paar Worte ausgefallen sein, vielleicht lautete er:
ETui tv) äx.pa vao; xai JtJrjcrioy raco sizaagsvov (so im cod. M
für sijtacgsvo;) OTT/Aatov, y.ai 7Tpo aüxou IIotslScovo; äya7pa.

Rines um das Ileiliothum hreitete sich im Alterthum eine

O O

offene Ortschaft aus, von welcher die Hausplätze, und inner-
halb derselhen öfters Herdstätten, die Treppenstufen, die zahl-
reichen Cisternen, und wiederum die die Hausplätze trennen-
den Strassen noch deutlich sichtbar sind. Auf die Aehnlichkeit
dieser Felsarheiten mit denjenigen auf den westlichen Höhen
von Athen ist bereits von Bursian S. 778 hingewiesen Avor-
den; docli zeigen sich in Eisternaes meist grössere Dimen-
sionen, und eine weniger gedrängte Art der Anlage als in
Athen.

Zwei Stunden nordwestlich von Marinari hei Kyparisso
lag Kainepolis oder Taenaron, die südlichste Stadt der Eleu-
therolakonen am messenischen Meerhusen. Ein schroff aus dem
Meer sich erhebender von West nach Ost gestreckter Hügel
(KäcTpo) wird auf beiden Seiten durch eine kleine Bucht ah-
geschlossen, während er sich nach der Landseite allmählich
senkt, wo sich gegen Norden eine kleine für die Mani frucht-
bare Ehene ausbreitet, an deren Westrand auf dem Abhang
eines Hügels das Dorf Alika liegt. Es ist die ausgedehnteste
Ruinenstätte der Halbinsel, freilich wenig übersichtlich, weil
die ganze Höhe durch Terrassenanlagen zu Weingärten und
BaumpQanzungen umgestaltet ist, die unter einander meist
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