Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 161
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AUS LAKONIEN

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durch Mauern getrennt sind. In der Ansetzung des von Pau-
sanias (III 25, 9) erwähnten Demeterheiligthums bei der auf
der Höhe gelegenen Kirche tou ScoTvjoo; wird man Leake (I 291)
beistimmen können. Von dem hierbei venvendeten Material
mag ein Theil yerschleppt worden sein, als die grosse jetzt
verfallene Kirche des Ä. nsTpo; am nördlichen Abhang gebaut
wurde, die fast ganz aus antiken Resten, grossen Marmor-
quadern und Säulen, darunter solche von grünem Marmor
mit über 2' Dm. besteht. Südöstlich von liier bergaufwärts
trifift man die spärlichen Ueberreste eines Theaters, sorg-
fältig gearbeitete Sitzstufen aus grauweissem Marrnor, die
mehr oder minder durch die Weinbergmauern verdeckt kei-
nen Schluss auf die Grösse der Anlage zulassen. An der Süd-
ostseit.e der grösseren der beiden Bucbten liegt etwa 40' über
dem Meeresspiegel die Kirche der üavayta tz? Kotg’zceco?, offen-
bar an der Stelle des alten Aphrodision, mit einer Menge von
Resten eines grossen ionischen Baues, für welche das in\ 0a-
laao-ci (Paus. III 25 9) eine viel zutreffendere Bezeichnung ist,
als für die ohnehin auch viel unscheinbareren Ruinen eines
ionischen Bauwerks bei der Kapelle Ä. riapacasuvi, das hinter
dem Stadtberge versteckt am Ausgang des Rlievma auf der
Nordwestseite unfern des Meeres bei der kleineren Bucht ge-
legen war.

Während die Ruinen bei dem Poseidonion einen alter-
thümlichen Charakter tragen, gehört alles, was sich hier er-
halten hat, an Architektur und Inschriften, der Kaiserzeit an.
Das Vorgebirge Taenaron hatte damals von seiner Bedeutung
verloren, da es durch die römische Herrschaft aufgehört hatte,
Werbeplatz für die Söldner zu sein. Dafür war aber die Aus-
beute der bunten Marmorarten des Taenaron, wenngleich die
Brüche schon früher geöffnet worden waren, durch den er-
höhten Bedarf für die römischen Prachtbauten eine weit er-
giebigere geworden. Ihnen und den erst unter den Iiaisern
bebauten Eisenlagern bei P. Quaglio und Marinari (Str. 367)
scheint Kainepolis seine Blüthe verdankt zu haben.

In der Gegend des alten llippola, beim Vorgebirge Thyri-

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