Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 170
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170 2UR GRIECHISCHEN KUNSTGESCHICHTE

lignacschen Sammlung (etat et description des statues etc. as-
sembles et apportes en France par feu M. le Cardinal de Polig-
nac a vendre en total ou par parties etc. Paris 1742, 8°) ist sie
nicht aufgefuhrt. Allerdings werden auf p. 25 dieses Yerzeich-
nisses beschrieben «deux Figures de Soldats, l’un Romain,
l’autre Parthe, comhattans Fun contre i’autre; ouvrage Ro-
main de marbre salin : leur hauteur est de trois pieds», aber
die Differenzen dieser Beschreibung in Bezug auf Stil Grösse
und Material sprechen gegen Identität. Mehr als im Allgemei-
nen römische Provenienz lässt sich also auch von der neuen
Figur nicht ermitteln, so wenig als von den übrigen his jetzt
erkannten Bestandtheilen des Attalischen WeihgeschenkesL

Es ist ein eigenthümliches Geschick, dass auch die neue
Figur zu den Unterliegenden gehört, mithin noch immer die
Kämpfer und Sieger fehlen, oline welclie die schwierige, durch
Brunns sinnreiche Hypothese wie ich glaube nicht erledigte
Frage nach der ursprünglichen Aufstellung schwerlich eine
sichere Lösung finden wird. In Tracht und Bewaffnung ent-
spricht sie vollständig dem todten Perser des Museo nazionale
in Neapel (Mon. ined. d. inst. VHII tav. XXI 7), in der Hal-
tung wiederholt sie ziemlich genau von der Gegenseite das
Motiv des Persers im Vatiean (ib. n. 8). Dieser letztere Um-
stand ist bemerkenswerth. Auch die zusammensinkende be-
helmte Figur im Museo nazionale zu Neapel wiederholt im
Gegensinn das Motiv des sterbenden Galliers im Capitol, und
in einem durchaus analogen Verhältniss stehen zu einander
die todte Amazone in Neapel und der todte Gallier in Vene-
dig, ehenso wenn ich niclit irre die beiden früher in der Villa
Albani jetzt im Museo Torlonia befindlichen Figuren. Durch

1 Was aus der Sammluug Adams geworden ist, weiss ich nicht zu sagen.
Clarac, der in seiner introduction (musee de sculpture III p. CCC) die Publi-
cation bespricht, aber als suspect wegen mangelnder Angabe der zablreichen
Ergaenzungen Adam’s im Atlas nirgends henutzt hat, giebt irrthümlich an:
«ces statues . . . doivent etre presque toutes au Musee de Berlin, pour lequel
les avait achetees le roi de Prusse». Die im Berliner Museum befindlichen Po-
lignacschen Erwerbungen fallen in frühere Zeit und sind in der Pnblication
Adams nicht enthalten.
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