Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 180
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MARMORKOPF AUS ATIIEN

unten an dem Vorgebirge Circeo, jetzt Monte Circello ge-
nannC zwischen Nettuno und Terracina gelegen, in einem klei-
nen Tempel entdeckt worden, sicherer für eine sehr alte grie-
chische, als für eine hetrurische Arbeit gehalten werden. Diese
beiden Apollo sind etwas über Lebensgrösse, miteinem Köcher,
welcher an dem Stamme des Baumes hängt, woran die Sta-
tuen stehen; beide sind in einerlei Styl gearbeitet, nur mit
dem Unterschied dass die erste älter scheint, wenigstens sind
die Haare üher der Stirn, welche an diesem klein geringelt
sind, an dem andern freier gearbeitet. » ünd in einer Anmer-
kung : (c Diese Statue wurde in einem kleinen Tempel an dem
Ufer eines Sees, Lago di Soressa genannt, gefunden. Dieser
See; welcher dem Hause des Prinzen Gaetani gehörte, war
ehemals ins Meer abgeflossen durch einen Canal, welcher sich
verstopft hatte, wodurch das Wasser in dem See seit langer
Zeit sehr hoch angewachsen war. Um denselben zur Fischerei
bequem zu machen, war es nöthig das Wasser ablaufen zü
lassen. Der alte Canal wurde geräumt. In demselben fanden
sich einige verschlämmte Schiffchen der Alten, die mit Niigeln
von Metall zusammenüeschlaaren waren, und da das Wasser in
dem Ses selbst gesunken war, kam gedachter Tempel zum
Yorschein, worin sich der Apollo fand. Man sieht noch jetzt
die Nische von Marmor mit sehr fein arearbeiteten Zierrathen,
in welcher die Statue gestanden. » Winckelmann erwähnt
die Statue nocli einmal Kunstgesch. V, 5, 26 wo er von der
Bildung des Mundes an alten Figuren spricht: « Sehr weni-
ge, die im Lachen, so wie es einige Satyre oder Faune sind,
vorgestellt worden, haben die Zähne sichtbar; und von Fi-
guren der Gottheiten mit einem solchen Mund ist mir nur
bekannt eine Statue des Apollo des älteren Styls in dem Pal-
last Conti. »

Diesen Apollo Conti habe ich vor Jahren in Rom vergeblich
gesucht. Ich zweifle nicht dass es eben die Statue des Kasse-
ler Museums ist, welche Winckelmann in Palazzo Conti ge-
sehen hat.

Die nächste Verwandtschaft mit dieser Kasseler Statue bie-
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