Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 184
DOI Heft: 10.11588/diglit.29169.23
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29169.25
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Ueber zwei athenische Vertragsurkunden.

Unter den zahlreichen für die Geschichte des 5ten und 4ten
Jahrhunderts wichtigen epigraphischen Denkmälern, welche
die archäoiogische Gesellschaft in Athen im Laufe des Som-
mers am Südabhang der Akropolis mit überraschenden
Glücke zu Tage gefördert und, ihren Grundsätzen getreu, so-
fort der wissenschaftlichen Benutzung frei gegeben hat, nimmt
das auf der Anlage abgehildete nacli Umfang, Inhalt und Er-
haltung die erste Stelle ein. Der im Uebrigen vollständige
Stein hat am obern Rande eine Vertiefung, welche anzuzei-
gen scheint, dass eine zweite kleinere Platte mit Relief aufge-
setzt war.

Die Inschrift ist zuerst puhlicirt worden in Minuskeln in
der Zeitung e'£2pa vom 19ten Juni 1876 nach einer Ahschrift
von Professor Kumanudis, dann von demselben Gelehrten
wiederholt, mit heigefügten Facsimile, im AOr'vxtov B. V. S.
76 A Ferner hat Herr Egger irn Juliheft des Journal cles sa-
vants nach Mittheilungen der Herren Dumont und Riemann
den Minuskeltext der Inschrift nebst Uehersetzung undeinigen
sprachlichen und erklärenden Bemerkungen veröffentlicht.

Ich werde im Folgenden versuchen die Bedeutung, welche
die Urkunde für die Zeitgeschichte und die Kenntniss des öffent-
lichen Rechtes in Athen, ferner für die Beurtheilung der litte-
rarischen Ueberlieferung hat, genauer festzustellen.

Der Text lautet : eSo^sv ß]ouV?) xai tä Szpco* ÄvTtojp;

£[7rpuT]aveus, Apa/.[ov]TiS'/i; STTSTTaTSt, A'.6yv/)To; sitte* zaTa Ta^s ['vjov
6px.ov opooai AÖ'/)vaiwv T'/)v ßou’Xzv x,ai tou; ^txaoTa;* oux s^sXw Xa|X-
xAsa? ££ XaXxAo$ oüJs tyjv 7üoXiv civaoTaTOv 7rorÄa), oüSs iSuoT‘/)V

1 Ueber die Auffmdung berichtet am Genausten das ’AÖrjvaiov. Danach war
der Stein verbaut in die äussere Verkleidung der kimonisclien Mauer.
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