Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 186
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ATHENISCHE VERTRAGSURKUNDEN

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Darunter auf (lem frei gebliebenen Raum opy.o;.

Man wird das Vorsteliende k urz als eine U n t e r w erfungsacte
der Chalkidier auf Euböa bezeichnen können, welche uns in
der Form der \on der Volksversammlung in Athen darüber
gefassten Beschlüsse vorliegt. Diese beiden Beschlüsse, von de-
nen der zweite von einem Zusatzantrag gefolgt ist, sind, wie
aus den gemeinsamen Präscripten zu schliessen ist, an dem-
selben Tage gefasst und zwar in der Reihenfolge in der wir sie
vor uns lraben; der zweite enthält Bestimmungen über die
Ausführung des ersten. Dass es sich nicht um einen freien
Vertrag handelt sondern um das Resultat eines Conflictes, in
welchem die Athener sicli als der stärkere Theil gezeigt hat-
ten, also, da nur die 2te Hälfte des 5ten Jahrhundertsin Frage
kommen kann, eines Secessions- oder Abfallsversuches der Chal-
kidier von Athen als Vorort des Seebundes, lehren der Inhalt
und die Fassung der Urkunde mit hinreichender Deutlichkeit.
Andererseits aber war die Unterwerfung auch keine bedingungs-
lose gewesen ; die für die Athener aufgesetzte Eidesformel
enthält die Garantien, auf welche hin die Chalkidier sicli
zur Unterwerfung verstanden liatten. Nach Anknüpfung der
ersten Unterhandlungen hatten die Athener der Sicherheit
wegen sich Geisseln stellen lassen, welche zur Zeit der
Abfassung derürkunde noch in iliren Händen waren (Z. 47 ff.).
Das gleiche Schicksal wie Chalkis hatte zuvor Eretria gehabt
(Z. 43).

Die Inschrift ist ohne Datirung, die Präscripte enthalten
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