Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 189
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ATHENISCHE VERTRAGSURKUNDEN

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aus Attika erzälilt hat, fort : ym ’a6t,vouoi tüoc'Xiv e; EuSotav Sta-
€avts; Üept/Asou; CTpaT/iyouvTo; y.aTEOTps^avTO Tracrav, jtal ttv p.sv
a'Xl'/iv opto'Xoyta jtaTecTTri'ravTO, EoTtata; 5s e^oua'oavTs; aÜTot ttv yzv
soy_ov. Dieser kurze Bericht, wonach mit den Städten Euböas
ausser Hestiäa ein yertragsmässiges Abkommen getroffen
wurde, steht mit der Inschrift im Einklang. Etwas ausführ-
lichere Nachrichten über die Unterdrückung des Aufstandes
giebt Plutarch; er weiss die Stärke der athenischen Truppen
anzugeben und erzählt dann weiter : y.at XaVzt5scov gsv toü;
l7r7ro^ÖTa; Asyoptsvou; tc'Xoütw jcai 5ö£v) StatpspovTa; s£s£aXsv (6 Ils-
ptitX'/i;), EoTtatsi; 5s TuavTa; ävaoT'/ioa; sa tt; ywpa; ’AÖvivaiou; jcxtw-
atGS, ptovot; toutoi; ä7uapatT'/|TOj; ^p'/iGapsvo; oxt vaüv ’Attijtr,v atygä-
Xwtov XaSovTs; än:sa.Tstvav tou; äv5pa;. Dieser BericJj t, der offen-
har aus einer guten Quelle geflossen ist, mag er nun auf‘
Ephorus oder auf Theopomp zurückgehen1, sclieint in sei-
nem auf Chalkis bezüglichen Theil mit der Insclirift nicht
leicht vereinigt werden zu können, welclie einer Yertreibung
der Hippoboten an keiner Stelle gedenkt und den Chalkidiern
den Besitz ihrer Stadt sichert (Eidesfbrmel der Athener Z.
4 f. oüx. s^sXto XaXy.t5sa; s^ XaX/.t5o; oü5s T7,v ttoXiv äväoTaTOv tto-
viow). Egger hat diese Schwierigkeit hervorgehoben und zu
erklären gesucht: « On peut s’etonner toutefois, que le marbre
de l’Acropole ne mentionne pas les Hippobotes. Mais leur ex-
pulsion prealable, si eonforme ä la politique des democrates
atheniens, etait un fait de violence dont ni eux ni les Chalci-
diens ne devaient naturellement prendre acte dans le regle-
ment des rapports ulterieurs entre les deux republiques. »
Man wird die Auffassung der athenischen Demokratie,
welche in diesen Worten ausgesprochen ist, beanstanden

1 Dass Ephoras die Quelle gewesen sei, verraulhet H. Sauppe, Die Quellen
Plutarchs für das Leben des Perikles S. 8 und 35. Dass derselbe Historiker in
der zvveiten Hälfte der Biograpliie des Perikles Führer gewesen sei, lxat Saup-
pe erwiesen, doch kannin Beziehung auf die euboeischen Ereignisse der Bericht
bei Diodor XII 7 bedenklich machen, welcher einer andern Quelle zu entstam-
men scheint als die Darstellung Plutarchs. Dass Theopomp eingehend über die
Unterwerfung der Insel bericlitet hatte, lässt die aus ihm geflossene Angabebei
Strabo X p. 445 vermuthen.
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