Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 205
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ATHENISCHE VERTRAGSURKUNDEN

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der von Tlieben losgerissen. Yon Z. 19 an standen die Be-
stimmungen über die Beschvvörung des Yertrages : ögöaai S[s

- - - tuv ns^o]7TCw/icn'wv, [twv <V ÄOvivatwv tou; CToaT'/iyou; y.ai
to]u; Ta^iapfyou; x.al tou; ijC7cap^ou; x.ai tou; <pu\ap]you; x.at t —

(vgl. oben S. 24 f.).

Das unmittelbar Vorausgebende wird sicb nocb auf die ge-
genseitige Hülfsleistung bezogen liaben. In den Verhandlun-
gen mit Atben und Sparta vor der Schlacht bei Mantinea war
nach der oben ausgeschriebenen Stelle aus den Hellenika
ausgemacbt worden, özw; sv tvi sauTwv ex.acTot rjyr'coivTo. Aus
einer gleichlautenden Bestimmung rühren allem Anschein
nach die Z. 16 des Inschriftenfragmentes erhaltenen Worte
s]v T'p auTwv ex.a[cTou; her, ein Zusammentreffen, welches micli
in der Ansicbt bestärkt, dass der inschriftlich erhaltene Ver-
trao’ vor der Schlacht bei Mantinea abgeschlossen und diese
Schlacht folglich in den Anfang des Jahres des Archon Molon
zu setzen sei. Wenn also die in der Urkunde aufgeführten
Phliasier von Xenophon niclit genannt werden, so ist clies
vielleicht daraus zu erklären, dass die Phliasier an der
Schlacht bei Mantinea keinen Antheil senommen hatten * 1;
wenn andererseits in der Urkunde die Spartaner fehlen, so
wird angenommen werden müssen, dass zur Zeit des Ab-
schlusses mit Athen die Verhandlungen mit Sparta noch
schwebten; der Xenophontische Bericht steht damit wenig-
stens nicht im Widerspruch.

ÜLRIGH KÖHLER.

1 Die Phliasier liatten im J. 365 mit Theben Frieden geschlossen (Xen. Hell.
VII 4, 10), nachdem sie bis dahin auf Seite der Spartaner gestanden hatten.
Aber unter den damaligen Verhältnissen wechselten die griechischen Städte
ihre Politik von Tag zu Tag. Die Schreibung Oketaatot scheint in dem älteren
inschriftlichen Material wenigstens allein vorzukommen, sie findet sich ausser
in der obigen Inschrift in einem attischen Psephisma aus dem J. 421 (C. I. A,

I 45) und auf dem zur Erinnerungan den platäischen Sieg errichteten Denkmal.
Es würde sich verlohnen die handschriftlicheUeberlieferung darauf hin zuprüfen.
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