Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 219
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DER PROPYLyEEN

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90 f.) beweist? Man wende nicht etwa ein, dass anch die
obere der innerhalb der Haupthalle zu den Seitenthüren fiili-
renden Stufen aus anderem Material (schwarzer eleusinischer
Marmor) als die andern (pentelischer Marmor) gebildet sei,
denn hiermit verfolgte der Künstler den bestimmten Zweck,
den ganzen Stufenbau übereinstimmend mit den übrigen
gleich holien, ebenfalls schwarzen Wandsockeln als Sockel
der durch die Thüren durchbrochenen Wand zu charakteri-
siren. Wozu fernerjener Abflusscanal in der Pfeilerbettung,
wenn dieser Stein geschützt im Innern der Halle lag? Ob der
Block, der diese Bettung trägt, sowie die rechts und links von
ihm liegenden b und d in situ sich befmden, ist allerdings
von Bötticher (a. a. 0. p. 68) in Zweifel gezogen, aber dasGe-
gentheil niclitbewiesen worden, obgleich er mit Recht darauf
hinweist, dass jene von Michaelis (Arch. Zeit. 1862 p. 261) zur
Annahme eines Gitterverschlusses verwendeten Löcherin anti-
ker Zeit nie ein Gitterwerk getragen haben können. Aber gesetzt
aucb den Fall, diese drei Blöcke befänden sich nichtinsitu, so
steht doch fest, dass hier der Hallenboden aufhörte, weil
sonst die Südfläche der Stylohatplinthe e keinen W'erkzoll
haben könnte, sondern eine Stosskante haben müsste. Alle
Anzeichen lassen bisher also auf den Abschluss der Halle bei
der dritten Säule schliessen.

Dieser sclion des Oefftern ausgesprochenen Ansicht wider-
setzt sich nun Bötticher in einem schon citirten Aufsatze :
Ueber die Thymele des Niketempels zu Athen, im Philologus
NXI p. 41 tf., indem er sicli auf die tektonische Charakte-
risirung der Ante a als Thürpfosten, die Unmöglichkeit einer
Epistylverbindung zwischen dieser Ante a, dem Pfeiler c und
der Säule e und schliesslich auf den Umstand beruft, dass der
genannte Pfeiler deshalb nicht deckentragend sein könne,
W'reil er in der Mitte zwischen Ante und Säule gerade unter
einer Metope zu stehen käme, indem der Fries seiner Länge
nach, übereinstimmend mit dem der Westwand der Nord-
halle getheilt, fünf Metopen zwischen sechs Triglyphen erhal-
ten würde. Gehen wir zur Würdigung dieser Einwürfe über!
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