Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 227
DOI Heft: 10.11588/diglit.29169.23
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29169.27
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DER PPiOPYL.EKN

letzte an der Treppe liegende BltDck der Corona rnit einer
Stossfläehe abschneide, ist irrig. Das grosse Kyma und der
Abacus der Corona biegen allerdings nicht mit der Treppe
nacli dem Tempel unp aber das über dem Abacus liegende
kleine Ivyma, so dass der Abschluss der Corona an dieser
Stelle bezeichnet wird. Der Grund für diese Bildung ist ein-
fach darin zu suchen, dass man die ohnehin schon schmale
Treppe nicht noch rnehr verengen wollte. Ein fernerer Beweis
für den antiken Ursprung liegt darin, dass die an den Propy-
läenunterbau nur angeschobenen Stufen in die Pyrgosverklei-
dung eingeschoben, mit dieser organisch verbunden sind.
Diese Stufen sollen nach Bötticher (a. a. 0. S. 51 und 53) in
Arbeit und Maas völlig ungleich sein, aucli deutliche Spuren
von Verwendung zu anderen Zwecken zeigen. In der Arbeit
vermae ich keinen Unterschied zu fmden. Die Maase sind

O

folgende:

die unterste Stufe 1 : 0,0335 br. 0,21 h.

2 : 0,030 — 0,21 —

3 : 0,034 — 0,22 —

4 : 0,033 — 0,22 —

5 : 0,033 — 0,22 —

In diesen geringen Maasdifferenzen liegt kein Beweis ge-
gen den antiken Ursprung. Aucli die Spuren einer früheren
Verwendung habe ich nicht ünden können : die drei obersten
Stufen sind gerillt, die beiden untern nicht, was aucli noch
kein Gegenbeweis ist. Auf der dritten Stufe rechts und links
ündet sich eine wie eine breite Klammerspur aussehende
Piinne, welche wahrscheinlich zur Befestigung eines Ver-
schlusses diente. — ln welcher Weise diese kleine Treppe
mit dem Hauptaufgange der Propyläen in Verbindung ge-
bracht war, das zu zeigen, muss einer umfassenden Unter-
suchung über letzteren aufgespart bleiben.

Die im Tempel selbst und seinem Pyrgos liegenden Grün-
de bestätigen hiernach unsere Vermuthung, dass die Kürzung
des Südflügels der Propyläen dadurch veranlasst wurde, dass
beim Entwurfe der Tempel der Athena Nike noch nicbt be-
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