Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 235
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Von den griechischen Inseln.

Reisebericht.

In der unscheinbaren Form von Reisebriefen, denen er sei-
ne Inscriptiones ineditre fasc. II, III als «Urkundenbnch »,
wie er es nennt, beigab, hat Ross niedergelegt, was die Frucht
langjähriger Studien und mit Ausdauer wiederholter Reisen
auf den Inseln des Archipelagus gewesen ist. Für die archäo-
logische Kenntniss derselben ist damit eine bleibende Grund-
lage geliefert, und wer heute die Inseln bereist, kann nur
eine Aehrenlese nach Ross abzuhalten hoffen, zu Berichtigun-
gen dagegen wird er äusserst selten Gelegenheit ßnden. Etwas
anderes soll auch in diesem Bericht über eine im Spätsom-
mer 1875 unternommene Reise nicht gegeben werden.

Andros.

Die Insel Andros hatte im Alterthum nur eine eigentliclie
Stadt, welche in der Mitte der Südwestküste lag, an der
Stätte der heutigen Palaeopolis. Ein von dem höchsten Berg-
gipfel der Insel, dem Kouvari (3000') gegen das Meer vor-
springenderBergrücken trägt die Akropolis, von deren Mauern
allein die schmale Nordostseite besser erhalten ist. Die alte
Stadt, deren Umfang sich in der an den wasserreichen Berg-
abhängen üppigwuchernden Vegetation dem Auge verbirgt,
zog sicli von dem Ostabhang des Akropolisberges in die am
Meer gelegene kleine Niederung. Etwa auf halber Höhe des
Abhangs befmdetf sich das wohl erhaltene 2,10 breite Thor,
die « Porta.» Gleich unterhalb desselben stösst man auf eine
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