Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 241
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VON DEN GRIEGHISCHEN INSELN

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Ebendaselbst ist das Untertheil einer lebensgrossen weib-
lichen Gewandstatue aus weissem Marmor, von den Hüften an
erhalten. In Grösse und Gewandung entspricht sie genau einer
anderen, welche aus der Palaeopolis nach Gavrion gekommen
ist (Ross S. 15). Beide können allerdings sehr wohl wie die
heute im Central - Museum in Athen befindliche (Heydemann
Marmorbildw. zu Athen n. 191) zu Gräbern gehört hahen;
doch ist die Sitte, den Todten in ganzer Figur auf das Grah
zu stellen, auf den ionischen Inseln keineswegs so verbreitet,
als auf den dorischen, insbesondere Thera und Anaphe.

Yon Scnlpturen sind weiter zu erwähnen in einem Bauern-
liause, wo sicli die Inschr. Lebas 1805 befindet, eine 2 1/2' holie
Attysfigur, mit 1. Standbein, derKopf mit dem r. Arm gestützt,
aus gelblichem Marmor; sowieein nach attischer Weise aus-
geführtes Grabrelief (1,40 hoch ; 0,90 breit). Die Scene des
Hegesograbmals erscheint hier in Flachrelief und umgekehrter
Anordnung. Eine Frau sitzt auf einem Stuhl ohneLehne; ihr
r. Arm ist auf den Schoos gelegt, der 1. stützt das etwas ge-
senkte Haupt. Yor ihr steht rechts die Dienerin, welche mit
der II. etwas aus dem geöffneten Schmuckkästchen lieraus-
nimmt. Trotz mancher Mängel im Detail, dem eintönigen
Faltenwurf am Gewand der Dienerin, dem übermässig langen
Oberschenkel der sitzenden Figur wiirde man die Entstehung
einer früheren Zeit zuweisen als die, auf welche die Inschrift
führt :

6

\HAIAAYAOYOYrATHPrYNHAEPPOY2IOYTOYAI2XINO

auf dem oheren Randleisten; darunter flüchtiger und von an-
derer Iland auf dem Reliefgrund:

. HTINAYAOYrYNHAEAISXINOYTOY
4>IAONIAOY

Die obere Inschrift wird in der zweiten Hälfte des 2. Jahrh.
geschrieben sein. Römische Namen können in dieser Zeit auf
Andros um so weniger auffallen, als die Insel nacli der Ero-

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MIXTH, D, ARCH. ÜNST. I.
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