Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 249
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VON DEN GRIECHISCHEN INSELN

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Alle drei auf rothen Trachytsteinen. n. 7 und 8 gehören der
2. Periode der melischen Inschriften an_, n. 9, welclie gleiche
Form hat mit einem theräischen Grabstein (Michaelis Annal.
1864 tav. d’agg. R n. 3) der 4. Periode (Kirchhoff Studien S.
50 f.) In der 4. Periode des melischen Alphabets ist das ge-
schwänzte R keine vereinzelte Erscheinung noch vorhandener
Alterthümlichkeit; Rangabe 2228 gibt richtig B, Rang. 1194
N, wie eine neue Vergleichung der Steine bestätigt hat.

Anaphe.

(( Klein, bergicht, unfrucht'bar, ohne guten Hafen, ja selbst
oline sicheren Ankerplatz, » so schildert Ross A. A. II 486
die östlichste der zum heutigen Königreich gehörenden Spora-
den, Anaphe. Sie bildet ein Dreieck, dessen schmalste Seite
gegen Westen, dessen längste gegen Süden liegt. An der letz-
teren ist der Landungsplatz, und um ihn zu erreichen, hat
man, wenn man von Norden oder Westen kommt, die stete
Gefahr gegen Kreta oder Karpathos verschlagen zu werden.

Die Insel erscheint auf der Südseite als ein langgestrecktes
Felsgebirge, das im Osten plötzlich eine tiefe Einsenkung er-
fährt, um dann mit dem steil sicli erhebenden Gap Kalamo,
dessen Wände senkrecht ins Meer abstürzen, zu endigen. Auf
dem Sattel, zugleich der flachsten Stelle der ganzen Insel er-
lieben sich die Gebiiude und Kuppeln des Klosters (ysvv/ici; ir^
@£otox.o'j), eingebaut indie Peribolosmauern des Apollotempels,
dessen Stiftung auf' die Argonauten zurückgeführt wurde. Der
Apollon Aiy'k-finr^, wie ihn die Griechen nannten, auf älteren
Inschriften auch ’A.a^t'kxiaiil, scheint jedoch älter zu sein, und
sein Dienst mit dem des phönikischen Sonnengottes von der
Ansiedelung des Membliaros in Zusammenhang zu stehen
(Steph. Byz. ’Ava<py) und Msp.ß4Gpo;) 2.

1 Für C. I. G. 2447, Ross A. A. II 495 gibt Rangabe A. H. II 820 diericbtige
Lesung, Z. 7 ArOAAONOITOYA ITE ;\ '////; TO. Z. 27 AITEAATA

2 Anführen lässt sicli hierfür auch der merkwürdige Münztypus des Apollo
en face, ygl. J. Friedländer Arch. Zeit. 1874 S. 101.
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