Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 257
DOI Heft: 10.11588/diglit.29169.33
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29169.34
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Ueber den auswärtigen ßesitzstand Atbens
im zweiten Jahrhundert.

Drei Mal hat der athenische Freistaat einen grösseren Be-
sitzstand im Umkreis dcs aegeischen Meeres gewonnen : im
fünften Jahrhundert durch die Tapferkeit und Opferbereitwil-
ligkeit seiner Biirger im Kampfe gegen die Feinde der grie-
chischen Unahhängigkeit, im vierten in Folge der blinden
Herrschsucht und politischen Unfähigkeit der Spartaner, im
zweiten durch die Gnade der RÖmer. Die Ueberlieferung über
die letzten Erwerbungen ist unsicher und unvollständig. Ob-
wohl es mir nicht möglich und vielleicht auch nicht einmal
viel daran gelegen ist alles bis zu voJIer Gewissheit aufzuklä-
ren, so glaube ich doch kein ganz überflüssiges Wcrk zu thun,
wenn ich die von Andern melir gelegentlich berührte als ein-
gehend untersuchte Frage mit Zuziehung des inschriftlichen
Quellenmateriales wiederaufnehme und damit verbinde, was
ich über die Yerwaltung der den Athenern von den Römern
überwiesenen Gebiete habe ermitteln könncn.

Die Erwerbungen, von denen hier zu spreclien sein wird,
fallen in die Zeit nach dem zweiten und dritten makedoni-
schen Kriege. Die litterarische Ueberlieferung darüber fmdet
sich bei Polybiusund Uivius. Letzterer berichtet (XXXIII 30 z.
E.), nachdem er vorher den Inhalt des im J. 197 mit Philipp
geschlossenen Friedens angegeben hat: adicit Antias Valerius

.Atheniensibus insulas datas Lemnum (vulg., Paron cod.

Mog.) Imbrum Delum Scyrum. Man hat die Naehrichten des rö-
mischen Annalisten über die den Athenern gemachten Zuge-
ständnisse bezwcifelt, weil nach Polybius die Städle auf Lem-

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